Entvrickelung des Schulwesens zu Düsseldorf.
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Religionsunterricht beizuwohnen. Erst gegen Ende desJahrhunderts wurden ernste Massregeln ergriffen, um eineAufbesserung des Lehrerstandes zu erzielen und das Schul-wesen zu organisiren, man kam eben allmählich zu derAnsicht, dass nur selten ein tauglicher Lehrer ohne An-leitung sich selbst bilden könne, sondern dass es zurHeranbildung desselben einer planmässigen Vorbereitungbedürfe.
Ueber die damalige Lage des Schulwesens gibt 1803Joseph Schräm, welcher als Professor der juristischen Aka-demie zu Düsseldorf thätig war, in seinem Buche: „DieVerbesserung der Schulen" ein trauriges Bild, welches erjedenfalls aus seiner nächsten Nähe hergeholt hat, undbetont die Nothwendigkeit einer durchgreifenden Um-gestaltung des öffentlichen Unterrichts. Seine Vorschlägezur Hebung sind theils noch heute beachtenswerth, theilshaben sie ihre Verwirklichung gefunden. Zeiten, in welchendie Ausbildung der gewöhnlich im Nebenamt fungirendenLehrer dem Zufalle überlassen blieb, in welchen das Ein-kommen sich meist auf das geringe Schulgeld und einigeNaturallieferungen beschränkte, konnten eben keine Ver-hältnisse schaffen, die zur festen Gestaltung des Schul-wesens unumgänglich nöthig sind. Aehnlich ging es beiden Protestanten.
Zu Düsseldorf bestanden schon 1570 eine lutherischeund eine reformirte Gemeinde. Wir dürfen voraussetzen,dass diese sofort bei ihrer Constituirung für den Unterrichtder Jugend besorgt gewesen sind. Als sie mehr sesshaftgeworden waren, gründeten sie 1610 jede für sich eineRectoratschule. In der reformirten Lateinschule, welchewohl die bedeutendere war, wird zuerst ein SchulmeisterPetrus genannt. Seit 1612 wirkte an ihr als Rector JohannAnton Biber, der schon vier Lehrer anstellte, woraus er-sichtlich ist, dass die Schule 3—4 Klassen enthielt. Umauch einen fünften Lehrer unterhalten zu können» wandteman sich an den Kurfürsten von Brandenburg; dieser will-fahrte dem Gesuche, indem er eine Unterstützung von300 Thlr. jährlich spendete und dieselbe später, als dieGemeinde selbst die Mittel nicht aufwenden konnte, auf1000 Thlr. erhöhte. Der bekannte Liederdichter JoachimNeander war hier von 1674—79 Rector. Häufiger Lehrer-wechsel, Ungeschicklichkeit im Unterrichte, die verheerendeRest führte eine zeitweilige Schliessung der Schule herbei.In der lutherischen Rectoratschule wirkte 1704 Joh. Bernh.Stohlmann, der zugleich eine Hülfspredigerstelle inne hatte.Als völlig von der deutschen Schule getrennte Anstalt trat