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Entwickelung des Schulwesens zu Düsseldorf.
die Mühlenstrasse. Aus derselben entstand später die An-dreaspfarrschule, die noch jetzt den Namen Kreuzbrüder-schule führt.
In Derendorf bestand um das Jahr 1675 eine von einerLehrerin geleitete Schule, die vom Stiftsdechanten beauf-sichtigt wurde. 6 Jahre später ertheilte der Herzog einemLehrer die Concession, eben dort eine Privatschule zuhalten. Dies sind wohl die Anfänge der späteren Deren-dorfer Pfarrschule.
Da in diesen Zeiten von einem Schulzwang nicht dieRede sein konnte, so ist es nicht auffällig, dass eine grosseZahl armer Blinder ohne jeden Unterricht in Müssiggangauf den Gassen aufwuchs und eine Last für die Stadtund den Staat wurde. Gegen diesen Unfug wandte sichein Schreiben des Herzogs vom 4. Mai 1666; in diesemspricht er seine Absicht aus, „eine freie deutsche Schule"zu errichten und mit zwei Lehrerinnen zu versehen. DieStadt bot ihm als Lokal die auf dem Kirchhof gelegenenSchulhäuser an, die schon früher für den Unterricht derarmen Kinder gebraucht waren. Wir werden nicht fehl-gehen, wenn wir hierin den Ursprung zu der am Anfangedieses Jahrhunderts bestehenden Armenschule finden.
Ein weiterer Uebelstand war das Ueberhandnehmender Privatschulen, deren Inhaber meist nicht einmal dienöthigen Kenntnisse oder amtliche Erlaubniss besassen.So wird 1567 eine deutsche Schule in der Bergerstrasse,1570 die Schule des Anton Hambach, „welcher Bürgers-töchter unterrichtete", erwähnt. Manche von diesen Privat-lehrern genossen insofern eine öffentliche Anerkennung,als sie von Einquartierungen und überhaupt von bürger-lichen Lasten befreit waren. Sie machten eben durch ihreThätigkeit den Mangel an Schulen weniger fühlbar, scha-deten aber oft durch ihre Ungeschicklichkeit der anver-trauten Jugend sehr.
Im Anfange des 18. Jahrhunderts Hess der Kurfürsteine Untersuchung des Privatschulwesens für Düsseldorfdurch den Stiftsdechanten vornehmen. Es stellte sichheraus, dass 19 Privatschulen vorhanden waren. Die Leiterderselben waren ein Kutscher, ein Kerzenmacher, eineWittwe u. s. w. Die Frequenz belief sich zwischen 6 und 50.Der Mangel an religiöser Ausbildung und die Ausartungder Düsseldorfer Jugend bestimmte zuletzt den KurfürstenCarl Theodor, am 7. Mai 1760 eine Verordnung zu erlassen,wonach die Kinder gehalten waren, jeden Sonntag demin der Jesuiten- und Franziskanerkirche stattfindenden