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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Entwickelung des Schulwesens zu Düsseldorf.

in's Gewicht fiel in diesen Streitigkeiten die Stimme desherzoglichen Landesherrn, weil er die Schule unterstützte.Dieser Einfluss der weltlichen Behörden wurde insofernvermehrt, als das Verhalten und die Unterrichtsweise einesLehrers von der Bürgerschaft und dem Magistrate einerKritik unterzogen und die Entfernung nicht geeigneterLehrkräfte beantragt wurde. Ein Beispiel hierfür findenwir in der von der Düsseldorfer Bürgerschaft am 26. Dezember1535 an den Rath gerichteten Bittschrift, worin es heisst:Die Bürgerschaft wünscht die Entlassung des bisherigenSchulmeistersangesehen er in Wesen und Lehre langeJahr ungeschickt befunden worden". Mit der allmäligenAusdehnung dieser Rechte hielt natürlich die Vermehrungder Verpflichtung zur Unterhaltung der Schule gleichenSchritt. Die Stadt unterstützte zuerst durch Natural-lieferungen die von der Kirche angestellten Lehrer, dannwies sie ihnen eine geeignete Wohnung oder eine Entschä-digung in Geld an und sorgte für passende Schullokaleund schliesslich für alle Bedürfnisse. Trotzdem wurde dasAufsichtsrecht der Kirche immer anerkannt und sogargewünscht, wie wir dies für das 18. Jahrhundert aus einerKlage des Magistrats entnehmen können.

Welcher Art waren denn die dem Scholasticus unter-stellten Schulen? Unter der Aufsicht desselben standenim 15. Jahrhundert zwei in ihren Zielen auseinandergehendeAnstalten, einerseits die vom Herzog Wilhelm gegründeteTrivial- und Nullanenschule und andererseits diekleineSchule" oderKinderschule". Die letztere ersetzte dieStelle unserer Elementarschule, die andere bereitete zuden höheren Studien vor; sie umfasste, wie auch der Nameandeutet, das sogenannte Trivium: Grammatik, Rhetorik,Dialectik, mit Ausschluss des Griechischen. Die lateinischeLiteratur fand zwar keine Berücksichtigung, die lateinischeSprache selbst wurde aber aus Uebersetzungen undKommentaren des Aristoteles, also nicht aus den Autorenselbst, gelehrt.

Die Schüler, welche den höheren Unterricht genossen,waren wie die anderer Schulen Deutschlands theilsin der Stadt ansässig, theils kamen sie von auswärts undfanden bei den Bewohnern Kost und Unterkommen; dieärmeren lebten von den Almosen bemittelter Bürger, vondem Ertrage des Gesanges beim Gottesdienste, oder vonden Einnahmen des Chors, der, fromme Lieder absingend,vor den einzelnen Häusern Unterstützungen einsammelte.

Das Lokal der Stiftsschule lag in unmittelbarer Näheder Stiftskirche; denn im Jahre 1635 erlitt dasselbe beim