Druckschrift 
Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
Seite
250
Einzelbild herunterladen
 

250

Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs.

treffende, die Besitzfrage ordnende Regulativ für die Folgevon der Stadt geändert und noch viel schwerere Bedin-gungen stellte, da ferner ein grosser Theil der Gemeindehauptsächlich von der irrthümlichen Meinung aus-gehend, dass auf andere Weise die Unantastbarkeit derGräber nicht gesichert werden konnte, einen der Gemeindegehörigen Platz für den Friedhof wünschte und ein solcherder Gemeinde von einigen Mitgliedern als Geschenk an-geboten wurde, wozu der Rabbiner einen erheblichen Theilder Beiträge gesammelt hatte, so übernahm es der Vorstandin Uebereinstimmung mit den Repräsentanten auf Antragdes Gemeinderabbiners, von der Kgl. Regierung die Er-laubniss zu erbitten, den

Friedhof auf der Ulmenstrasse

als Geschenk annehmen und einrichten zu dürfen. SeitSchliessung des andern Friedhofes ist dies der einzige, derjetzt von der Gemeinde benutzt wird. Das erste Grab aufdemselben wurde Simon Quack bereitet, der einen grossenBeitrag zur Erwerbung des Friedhofes geleistet hatte.

Wohlthätigkeits-Vereine.

Um die von den verschiedenen Vereinen verfolgtenWohlthätigkeits- und religiösen Zwecke besser zu erreichenund die Thätigkeit der einzelnen Vereine segensreicher zugestalten, wurde auf Anregung des zeitigen Rabbiners einemöglichst enge Verbindung dieser Vereine angestrebt durchBildung einer Central-Commission. Der Präsidentderselben ist der zeitige Rabbiner. Zusammengesetzt wirddieselbe durch Deputirte der Vorstände von den Vereinen,welche den Bestimmungen über die Central-Commissionsich unterwerfen.

Der wichtigste Verein für die religiösen Interessen undfür die Armenzwecke der Lokalgemeinde ist

1. der Krankenpflege- und Beerdigungs-Verein (Chewrat G'milut Chassadim WaawiratT'hillim).

Derselbe wurde von dem ersten Rabbiner der Ge-meinde 1 ) im Anfang des vorigen Jahrhunderts gegründetund am Tage der Einweihung der Synagoge auf der Casernen-strasse 1. Nissau = 24. März 1792 mit der an diesem Tagegegründeten Abtheilung für sonstige Unterstützungen ver-

*) Vgl. Seite 228.