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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs.

lässt sich, wie zu vermuthen, nur dadurch erklären, dassdie Bebauung des betreffenden Theiles der Extension soschnelle Fortschritte machte, dass die Räumung des Fried-hofes damit nicht gleichen Schritt halten konnte. Sofortschritt die Gemeinde zur Einrichtung des neuen Fried-hofes. Bereits am 12. Februar 1788 wurde durch den da-maligen Gemeindevorsteher Dr. med. von Gelderen mitBencüct Giesen und Bartholem Meyra ein Vertrag ab-geschlossen, wonach die letzteren es übernahmen, um dengräulichen Bongard,wohe der Neue Juden-Kirchhoff an-gelegt i s feine Hecke zu machen und sechs Jahre zu unter-halten. Dafür erhielten sie 12 Thlr. 30 Stüber sofort undebenso viel nach Herstellung der Hecke; für die Bewachungdes Friedhofes erhielten sie das Abnutzungsrecht des Gras-wuchses. Ueberflüssig war eine solche Bewachung nicht,da sogar in der Stadt die Leichenzüge gegen Beschimpfungennicht geschützt waren. Dennum von den Leichenbegäng-nissen der Juden jeden Unfug und sonstigeExcessen, die bei Gelegenheit derselbennicht selten Statt gehabt haben, zu ent-fernen u. s. w. wird vom Kreiskommissär und Oberbürger-meister Schramm d. d. 20. August 1818 u. a. verfügt:

Die Beerdigung der Israelitischen Leichen darf nurdes Morgens und Abends und zwar vom 20. Märzbis 20. September des Morgens vor 8 Uhr und desAbends nicht früher als nach 7 Uhr; und vom21. September bis den 19. März des Morgens vor9 Uhr und des Abends nicht früher als nach 3 Uhrgeschehen."

Auf Grund eines Gutachtens des damaligen Land-rabbiners Scheuer wurden die Leichen damals nicht ge-fahren, sondern getragen.

Nicht unerwähnt darf hier bleiben, dass dieser Fried-hof lange Zeit nicht Eigenthum der Ge-meinde war, sondern erst am 4. August 1837 von derKgl. Regierung für die Gemeinde durch den damaligenVorsteher Sal. Mayer angekauft wurde. Von der angekauftenParcelle wurden 5 Morgen 133 Ruthen 70 Fuss Herrn Jos.Custodis für den entfallenden Theil des Ankaufspreisesincl. Kosten und Stempel für 2138 Thlr. 2 st. 3 Pf. überlassen.Den Rest von 1 Morgen 52 Ruthen 70 Fuss mit dem An-theil an dem halben Düsselbach übernahm die Gemeindeselbst. Die Unterhandlungen wegen des Ankaufes warenschon 1827 von dem damaligen Gemeindevorsteher G. P.van Perlstein 1 ) mit der Kgl. Regierung angeknüpft worden;

*) Auch die Gattin desselben, Frau Eleonore geb. Cohen, wareine sehr tätige Vorsteherin des Frauen-Vereins gewesen.