Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs.
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Der Begräbnissplatz sei der Gemeinde nach Massgabe des9. Artikels der Geleitsconcession unentgeltlich zuzuweisen,weil eben dafür „die Erkenntniss von einem Goldguldenbey der Geburt oder Begräbniss eines Juden männlichenGeschlechtes abgetragen wird." Am besten wäre derselbevor dem Ratinger oder Flinger Thor anzulegen, „weilendas Berger Thor zu Winterszeit bey hohem Wasser nichtzu passieren ist." Die Hofkammer gab bereits am 2. Juli1782 der Ober-Kellnerei auf, diesem „billigen" Wunscheder Judenschaft zu entsprechen, einen ohnschädlichen Ortsofort auszuersehen und an höherer Stelle zu benennen.Nach längeren Verhandlungen wurde der Gemeinde imJahre 1788 der
Gräuliche Bongard
als Begräbnissstelle unentgeltlich angewiesen. Be-züglich des Friedhofes auf der Casernenstrasse wurde derGemeinde das Recht ertheilt, nach Verhältniss der aufder „Extension" fortschreitenden Bauthätigkeit die davonberührten Gräber nach dem neuen Friedhof überzuführen*Bei sehr vielen ist dies geschehen; den exhumirten Gebeinenwurden zum grössten Theil nebst den Grabsteinen rechtsvom Eingang des neuen Friedhofes neue Grabstätten be-reitet. Unbegreiflicherweise ist dies jedoch nicht beiallen geschehen; die Inschrift der beigegebenen Skizzedes Friedhofes enthält die Angabe: Diese Gestalt hatteder frühere Friedhof der Düsseldorfer Gemeinde. Jetztaber ist derselbe zum Theil mit Häusern bebaut; manräumte die Gräber, hob die Gebeine aus, bestattete sie aufdem neuen Friedhofe, welcher der Gemeinde um diese Zeitangewiesen wurde. Ein Theil der Gräber be-findet sich jedoch noch jetzt unter derStrasse, ohne dass die Gebeine, welche darin ruhten,ausgegraben worden wären. Merkwürdiger Weise warendas grade die jüngsten Gräber, welche bekannten Persön-lichkeiten angehörten, deren Familienangehörige noch inDüsseldorf und Umgegend lebten, wie z. B. das Grab derFrau Dr. von Geldern geb. Bock, Grossmutter von HeinrichHeine 1 ) und der Frau Rabbiner Brandes. 2 ) Diese Gräberund verschiedene andere wurden im Jahre 1884 auf derCasernenstrasse mit den vorzüglich erhaltenen Grabsteinenbei den Canalisationsarbeiten ausgegraben und nach demFriedhof an der Bongardstrasse überführt. Dass dies nichtgleich damals bei der Anlage des neuen Friedhofs geschehen,
*) Vgl. Wedoll, Heinrich Heine's Stammbaum mütterlicherseits.a ) Vgl. S. 229.