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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs.

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borgenen Alterthümer wieder an Tageslicht zu bringen,es ist so zu sagen eine tugendhafte Handlung, dass mannämlich dadurch unsre Vorfahren ehren, ihre Werke derVergessenheit entziehen, nicht zu gedenken den grossenmächtigen Nutzen, für alle Zweige der menschlichen Er-kenntnisse. Wie sehr werden nicht durch die neue Ent-deckungen das Gebiet der Geschichte und so vieler andernKünsten und Wissenschaften erhellt und vermehrt.

Will man damit Vergleichungen anstellen, so werdensolche freilich nicht die erfreulichsten Resultate gewähren;denn wer hätte denken sollen, dass jetzt, ein ganz Jahr-hundert später, das sich das erleuchtete und liberale nennt,und worin die Staats- und Rechtswissenschaft in Deutsch-land wirklich auf einer höheren Stufe fortgerükt sind,doch noch consultirt, discutirt, deliberirt, censirt und re-censirt wird, ob Deutsche in Deutschland auch DeutscheBürgerrechte gemessen dürfen?--------

Auch bewog mich noch zur Mittheilung dieser Urkundeder Gedanke: Vielleicht meinen Mitbürgern dadurch einenGefallen zu erzeigen, indem wohl vielleicht noch viele nichtwissen mögen, wann und von wem das Maximilian JosephsKrankenhaus in der Neustadt zu Düsseldorf erbauet wordenist, denn die Schule, 1 ) eigentlich die Kirche, respct. dieSynagoge wovon die Urkunde spricht, ist das Gebäudeworin sich jetzt das Krankenhaus befindet. Die Urkundelautet wie folgt:

Die Gott gefällige Verheissung zu welcher dieses Ge-bäude gleich ursprünglich bestimmt war, hat sich nun auchferner durch die frommen, biederen und wohlthätigen Ge-sinnungen der Bewohner Düsseldorfs erhalten; es ist näm-lich ein Zufluchtsort der Bruderliebe, der Humanität ge-worden, indem darin Arme und Kranke von allen Con-fessionen ohne Unterschied eine gleiche Aufnahme, einegleiche Pflege finden. Und so werden noch fort, der ur-sprünglichen Bestimmung dieses Hauses gemäss, frommeGebethe nämlich von den Armen, Kranken und Hülfs-bedürftigen, gehalten, welche zum reichen Seegen für dieBewohner D üsseldorfs erfüllt werden mögen."

*) Die Gewohnheit der Israeliten in ehemaligen Zeiten, und dieauch noch jetzt unter dem grossen Haufen dieser Religionsgenossenbesteht: für ihre Bethäuser Schule anstatt Kirche, Tempelau sagen, entstand in den traurigen Zeiten der Religionsverfolgungen.Es war nämlich in diesen Zeiten den Israeliten nicht erlaubt, öffent-liche Bethäuser zu haben; um nun doch ihre Gebete gemeinschaft-lich verrichten zu können, versammelten sie sich in ihren Gymnasien,Schulen. Wer daher sagen wollte: ich gehe in die Kirche, dersagte dann: ich gehe in die Schule. Und so blieb diese Redensartbis heute heran gebräuchlich.