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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs.

seine erben auch sothanen Bawns undt Darin treibenderNahrung halber mit Keinen absonderlichen Juden Tributoder Kauffung Desglaichs Inner solcher Zeit belegt oderbeschweret werden, Hingegen er Joseph Jacob Von gelderenDiessen Vorhabenden baw nach ahnlass des Von VnseremHoff Architecto De Boys desfalss Verfertigten abrisseslängstens innerhalb Drey Jahren a dato Diesses bey Verlustdes platzes zu Vollführen oder wenigstens Vnter Tach Vndtfach zu bringen schuldig sein, Nach Verlauff Vorgtr. 30Jahren aber Diesse erhaltene freyheit Von obspecificiertenlasten Vndt Respee Juden Tribut cessiren, mithin das er-bawendes hauss Vnd Judenschull in einer proportionir-lichen steweren anschlag gebracht, Vnd hiessiger stattmattrical mit ein Verleibt, Derselben Contingent aber inder bergischer landtsmattrical Darumb nicht Vergrössertworden sondern bey den itzigen anschlag bleiben solle,Damit also Das Commercium zu mehreren Nutzen undtauffnehmen Hiessiger unserer Residentz Stattbürger Vndeinwohner Destomehr empör gebracht, Vndt befördertwerden Möge, wir Befehlen solchem nach unseren gulichundt bergischen Cantzleren Präsidenten gehaim Hoffs UndtCammerräthen auch Gubernatoren und Commendanten sodan brambten Burgermeister, Scheffen undt Räth, fortgemeinen eingesenen Burger undt ein wohneren Dahierfort Dergesambter Hiessiger Judenschafft sambt Vnd sondersHirmit ggst. Vndt ernstlich, obg. Joseph Jacob Von gelderenDessen erben undt nachkommen wieder gegenwertige unseregnädigste Concession Vndt privilegin Keineswegs zu be-schwere Noch Das es Von anderen geschehen zu gestatten,sondern dabey mit abschaffung aller widriger eintrachtenKrafftiglich zu schützen, undt zu Handthaben, zu VrkundtDessen haben wir unss äigenhändig Vnterschrieben, VndtVnser Churfurstl. geheimes Insigel Hier ahnhangen lassen,so geschehen in unserer Residentzstatt Dusseldorff den14. Juny 1712.

Johann Wilhelm Churfürst."

Wie bereits bemerkt, ging dies Haus nebst der Sy-nagoge im Jahre 1772 in den Besitz des Hubertusstiftesüber. Eine in dem Gemeinde-Archiv aufbewahrte Be-trachtung rühmt den durch den Besitzwechsel jenes Hausesin Ansehung der Zwecke, welchen es vor und nach demVerkaufe diente, besonders merkwürdigen Geist der Duldung.Diese Betrachtung, welche gar wohl in weiteren Kreisenbekannt zu werden verdient, lautet:

Unter den merkwürdigen Erscheinungen unserer Zeit,«in ausgezeichneter Charakter-Zug unserer Zeitgenossen,bleibt gewiss das löbliche und emsige Streben, die ver-