Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs.
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wir deshalb als eine heilige Pflicht, diese unsere seitherigeVersündigung an den Juden, und an uns selbst, wiedergut zu machen, und auf deren Emancipation anzutragen,mit dem Wunsche, dass dieses allmählich auch eine allgemeinemenschliche Emancipation in Bezug auf gesunde, ver-nünftige Moral und auf Humanität fördern möge."
Ein Abgeordneter der Städte:
„Die politische und religiöse Seite der Frage über dieEmancipation der Juden glaube ich nach dem Trefflichen,das hierüber in unserer Versammlung gesagt worden ist,nicht ferner beleuchten zu müssen. Ich will nur erklären,dass ich für die Emancipation stimme, und um so mehrdafür stimme, als ich die Gefahr nicht einsehen kann, welchediese Massregel für den Staat haben sollte. Die Bevölkerungder Rheinprovinz beträgt ungefähr 2,600,000 Seelen, hier-unter sind noch nicht 27,000 Juden; dieselben machen alsoUngefähr 1 Proc. der ganzen Population. Wenn diese geringeAnzahl unserer Mitbürger uns in Rechten gleich gestellt■wird, wie sie es bereits in den Lasten ist, so wäre dies nurein Act der Gerechtigkeit, dessen Nachtheile meiner Ansichtnach sehr übertrieben werden. Es ist wahr, die Juden habensich bis jetzt unvermischt erhalten. Gewiss ist aber, dassdiese Isolirung beiden Theilen zur Last fällt, nämlich demunterdrückten jüdischen Volke sowohl, als auch demherrschenden."
Ein Abgeordneter der Ritterschaft:
„Wenn angeführt worden, dass der Talmud schlechteGrundsätze enthalte, so bestreite ich nicht, dass eine Ueber-setzung desselben manches Verwerfliche enthalte; allein esist auch allgemein bekannt, dass der Verfasser dieser Auf-lage, Namens Eisenmenger, dieses Buch bloss aus Rachegegen die reichen Juden in Frankfurt geschrieben, die ihmeine grosse Summe Geldes verweigert hatten, welche erVon ihnen begehrt hatte. Hier liegt also eine böse Absichtdieser Schrift zu Grunde. Dieses Buch wird auch von allenjüdischen und christlichen Gelehrten verworfen. Dagegengiebt es aber viele andere Auflagen, oder besser gesagt,Uebersetzungen des Talmud, welche nur die Lehre der rein-sten Moral enthalten. Sollte dies irgend von einer Seitebezweifelt werden, oder sollte Jemand die Meinung haben,dass es sich anders mit den jüdischen Religionsbüchern^erhalte, so bin ich erbötig und im Stande, dieserhalb jedenbeweis anzutreten. Mit einer grossen Menge israelitischerReligionsbücher versehen, kann ich auf unumstösslicheWeise die Wahrheit meiner Behauptung darthun."
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