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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs.

merkten Verhältnisse wohl eben so wenig, als die sehr grosseVerschiedenheit religiöser Ansichten bei unsern christlichenMitbürgern, und so sehr wir, was die Religion betrifft, eineTrennung für nothwendig und unvermeidlich halten, sosehr widerstrebt sie uns in politischer Hinsicht.

Wir sind nun auch so glücklich, hier im HerzogthumBerg seit mehr als dreissig Jahren mit unsern christlichenMitbürgern gleich, und im Genüsse aller politischen Rechte,wie sie, zu stehen. Wir sind Preussen, fühlen es mit Stolz,dass wir Preussen sind, und haben, seit wir es sind, unserePflichten als Staatsbürger gewissenhaft, gleich unsernchristlichen Mitbürgern, ohne Unterschied erfüllt; unsereBrüder, unsere Söhne haben mit der nämlichen Hingebungwie jene, ihr Blut in der Vertheidigung des Thrones unddes Vaterlandes verspritzt, und erfüllen bis auf diesen Augen-blick ihre Militärpflicht, wir glauben es ohne Anmassungsagen zu dürfen, mit Auszeichnung. Wir gestehen, dassuns nicht die geringste Veranlassung bekannt geworden,welche eine Aenderung in diesem Besitze unserer Rechte,die uns durch das Königliche Wort vom 5. April 1815, undnoch mehr durch die bekannte Humanität unserer Landes-regierung garantirt zu sein scheinen, eine Beeinträchtigung,eine Herabsetzung motiviren könnte. Wir wissen nicht,womit wir letztere verdient haben."

Auf den in dieser Petition dargelegten Standpunkthatte sich auch die Gemeinde gestellt, indem sie es ablehnte,sich an einer von der Gemeinde zu Wesel vorgeschlagenenAbsendung einer Deputation der Juden Rheinands undWestfalens zur Huldigung am 15. Oct. 1840 nach Berlinzu betheiligen. Der Moment sei auch nicht geeignet, Se.Majestät mit Beschwerden zu behelligen und eine De-putation nach Berlin würde nicht huldigen und petitionirenzugleich dürfen.

Den ersten, wenn auch schwachen Lichtstrahl brachtedie Antwort des Ministeriums des Innern und der Polizeivom 5. Mai 1842 an die jüdische Gemeinde zu Düsseldorf.Darin heisst es:

Des Königs Majestät haben aus Ihrer an mich zurBescheidung abgegebenen Immediat-Eingabe vom 23. März c.ersehen, zu welchen Besorgnissen die grossentheils unrichtigeAuffassung der dem Königl. Staats-Ministerio zur näherenErwägung gestellten, die Verhältnisse der Juden betreffendeGesichtspunkte Veranlassung gegeben hat. Im AllerhöchstenAuftrage eröffne ich Ihnen deshalb, dass es ganz eigent-lich in der Allerhöchsten Absicht liegt, Massregeln zu er-