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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs.

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ganger eine Inspection der Gemeindeangelegenheitenvornehmen und etwaige Streitigkeiten schlichten, welchewegen der grossen Entfernung vom Sitze des Rabbinatsoder wegen der grösseren Kosten von den Parteien nichtzum Austrag gebracht worden waren und deren Verzögerungden Streit zu erweitern und den Frieden in den Gemeindenzu untergraben drohten. Das Gehalt, das früher 50 GuldenRheinisch pro Jahr betrug, wurde mit Rücksicht auf diesedem Rabbiner neu auferlegte Verpflichtung auf 100 GuldenRheinisch erhöht, zahlbar in halbjährlichen Raten. Ausser-dem bezog der Rabbiner für jeden Verlobungsakt 1 Thlr.,für jede Trauung 1 Goldgulden, für jede von ihm aus-zustellende Urkunde 1% Gld., für die Prüfung eines Schäch-ters 1% Thlr., für eine Wiederholungsprüfung 1% Gld.,für jedes Zeugenverhör 6 Gld., für jede Vorladung y 2 Gld.,für ein Urtheil 1% des Betrages, mindestens aber 1 Rthlr.Die Schreibgebühren hatte der Rabbiner zu tragen.

Ausser den genannten Funktionen hatte aber derRabbiner, und zwar vorzüglich, die gesammten religiösenInteressen der Gemeinde zu fördern und zu überwachen.Er sollte, wie es in der Vocation heisst, von seinem Lehr-und Richterstuhle aus die Mitglieder seiner Gemeindenbelehren über den Weg, den sie einschlagen, über den Lebens-wandel, den sie führen sollen, um das ewige Leben zu ge-winnen, er sollte ferner den Unterricht überwachen und anSabbat, Neumond und Festen in schönen, anziehendenPredigten oder Lehrvorträgen geläuterte Wahrheit lehren.Ausser diesen Vorträgen, welche in der Synagoge stattfanden,Wurden von ihm in seinem Hause oder in den Versammlungenreligiöser Vereinigungen täglich noch andere belehrendeVorträge über die fünf Bücher Mosis, Propheten und Psalmen,über die religionsphilosophischen Werke des Maimonides(Führer der Verirrten), des Jehudah ha-Levi (Kusari), desJoseph Albo (Jkarim), Saadiah (Emunot we deot) u. a. m.,besonders auch über talmudische Materien gehalten. Fürdie Mitglieder der später noch zu behandelnden Bruder-schaften oder Vereinigungen für religiöse und wohlthätigeZwecke war der Besuch bei Vermeidung verhältnissmässigerhoher Geldstrafen obligatorisch. Aber bei dem allgemeinenOrange der Juden nach Kenntniss ihrer Religionsquellenü nd nach allgemeiner Bildung, welcher diese Vereinigungene ben hervorgerufen hatte, bedurfte es dieser Strafen nicht.Vielmehr fanden sie in diesen Vorträgen gleichzeitig Ersatzfür so viele andere Freuden des Lebens, die ihnen versagtWaren, Trost und Erhebung in den Leiden, Muth und Hoff-nung für die Zukunft und ein Mittel zur Uebung ihrer Geistes-kräfte, deren Bethätigung im Staatsleben ihnen mit wenigen

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