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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs.

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An ein hohes Königliches Oberpräsidium

zu Coblenz.Mittheilung der israelitischen Gemeinde

zu Düsseldorf, das allgemeine Staats-interesse betreffend.

Unterzeichnete erachten es als eine ihrer Bürger-pflichten, ein hohes Königliches Oberpräsidium auf einEreigniss aufmerksam zu machen, welches nicht nur inihr eigenes, sondern auch in das Staatsinteresse einzu-greifen und die allgemeine Ruhe und Wohlfahrt zu gefähr-den scheint.

Die am 27. Decbr. 1836 an dem vierjährigen KnabenFriedrich Pütz von hier verübte, und in hiesiger Zeitungschon unterm 1. Januar a. p. von hiesiger KöniglichenRegierung zur öffentlichen Kenntniss gebrachte Mordthat,wird gegenwärtig in den meisten öffentlichen Blätternaller Nachbarstaaten der Art verunstaltet, dass man eineallgemeine Aufregung der Gemüther, deren gefährlicheFolgen nicht voraus zu sehen sind, mit Recht befürchtenöiuss.

In der Hannoverschen Zeitung Nr. 16, AugsburgerAbendzeitung Nr. 24, Hamburger Zeitung etc. etc. wirdberichtet, dass man gegenwärtig hier zu Düsseldorf einenJuden eingebracht habe, welcher aus Aberglauben, dassChristen-Marterblut der Juden Glück und Seelenheil be-fördere, dies schändliche Verbrechen verübt haben soll.Von unsern dortigen Glaubensgenossen ward daher hiesigesRabbinat von allen Seiten mit Bitten überhäuft, den Referen-ten dieses verbrecherischen Attentates so viel und so schnellals möglich Lügen zu strafen. Zweifeln wir auch nicht,dass dies das beste Mittel zur Besänftigung der Gemüthers ein wird, so können wir uns dennoch nicht verhehlen, dassdieses Gerücht einen ganz andern Charakter als den augen-fälligen an sich trägt.

Sollten nur blos wir Juden die Zielscheibe dieses ruch-losen Aufwiegeiers sein; warum verschwieg derselbe dieseMissethat zur Zeit als sie verübt, und hier allgemeines Stadt-gespräch gewesen, und verbreitet sie erst jetzt, wo sie beimhiesigen Publikum schon beinahe vergessen ist ?

Bei näherer Erwägung aber, gewahren wir durch dieAussage aller öffentlichen Blätter, dass dieses Gerücht,einzig und allein von Cöln ausgegangen, von einer Stadt,

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