146
Geschichte, de/r evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.
girende Divisionspfarrer Herr Ferd. Becker, seit 1878Feld-Divisionspfarrer der 5. Division.
Die anglikanische Gemeinde, welche mit mehrerenUnterbrechungen schon seit vielen Jahrzehnten hierselbstbesteht, benutzt die kleinere Kirche auf der Bergerstrassezu ihren Gottesdiensten, wofür sie sich verpflichtet hat,die in denselben gesammelten Gaben für die Armen derDiakonie unserer Gemeinde zu übergeben. Als Geistlichefungirten an derselben seit den fünfziger Jahren Rev.S a mu el Tuck er , L e a d er - C o w p er , Broadt,G o d f r e y und der jetzige Geistliche Rev. D r o u g h t.Die Zahl der Gemeindeglieder ist eine verhältnissmässiggeringe und wechselnde.
Nach der im Jahre 1880 gehaltenen Volkszählungbefanden sich unter den 95 190 hierselbst ortsangehörigenPersonen auch 278 Dissidenten (gegen 291 im Jahre 1875).Dieselben gehörten grösstentheils der Gemeinde der vonder Landeskirche sich getrennt haltenden Lutheraner an,welche seit der Mitte dieses Jahrhunderts hierselbst be-steht, anfangs von auswärtigen Pastoren bedient wurde,jetzt aber ihren eignen Geistlichen und in der Kreuzstrasseein Kirchenhaus erbaut hat. Die Irvingianer („aposto-lische Gemeinde") besitzen ebenfalls, seitdem der bekannteAgitator derselben, Herr von Pochhammer, hierselbst seineVorträge hielt, ein Versammlungslokal in der Kloster-strasse und unterhalten einen Prediger. Seit dem Jahre1880 hat sich ferner eine sogenannte „freie Gemeinde"nach dem Vorbilde ähnlicher Gemeinden im Wupperthalehierselbst gebildet. Nachdem der Leiter derselben schonjahrelang in seinem Hause Versammlungen gehalten hatte,in welchen auch das heil. Abendmahl von ihm verwaltetwurde, erfolgte im Jahre 1880 der Austritt mehrerer Familienaus der Landeskirche. Die hierselbst wohnenden Darbisten,Baptisten, Mennoniten etc. sind zu wenig zahlreich, umselbständige Gemeinden bilden zu können. Den Alt-katholiken, welche seit dem vatikanischen Concile hierselbsteine Gemeinde begründeten und deren Pfarrer durch kirchen-geschichtliche und allgemein-wissenschaftliche Vorträge inweiteren Kreisen eine anregende Wirksamkeit ausüben,räumte unsere Gemeinde die beiden älteren Kirchen zurunentgeltlichen Benutzung für ihre Gottesdienste ein.
Der Rückblick auf ihre Geschichte kann die evan-gelische Gemeinde nur mit lebhaftestem Danke gegen denHerrn der Kirche erfüllen. Das einst in sturmbewegterZeit gepflanzte Senfkorn evangelischen Glaubens ist imLaufe der Jahrhunderte zu einem kräftigen Baume mitweithinschattenden Zweigen geworden. Die beiden Ge-