Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.
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meinden, welche fast 250 Jahre lang die Träger dieses Lebens"waren und dasselbe, getrennt von einander, eine jede inbesonderer Weise ausgestalteten, haben sich wie zwei Flüssezu einem um so mächtigeren Strome mit einander ver-bunden. Die vereinigte, jetzt etwa 32 000 Seelen zählendeGemeinde hat sich innerhalb eines halben Jahrhundertsan Seelenzahl verzehnfacht und nimmt durch den äusserenWohlstand, die Intelligenz und christliche Gesinnung, diesie vertritt, neben der katholischen Bevölkerung, welchemit ca. 100 000 Seelen den Hauptbestandtheil der Gesammt-bevölkerung unserer Stadt ausmacht, eine einflussreiche,geachtete Stellung ein. Sie ist in fortwährender höchst-erfreulicher äusserer und innerer Fortentwicklung begriffen,besitzt in ihren fünf Pfarrern, welche einmüthig auf demGrunde des lautern Evangeliums stehen, die dem augen-blicklichen Bedürfnisse der Seelenzahl — Wenn auch nichtvöllig — genügenden seelsorgerischen Kräfte und in ihremaus 23 Mitgliedern bestehenden Presbyterium, sowie deraus 60 Mitgliedern bestehenden Repräsentation eine Ver-tretung, welche sich allezeit freudig zu Arbeit und Opfernbereit finden lässt, wo es die Ehre des HErrn und das Wohlder Gemeinde gilt. Sie befindet sich in der glücklichen Lage,das heranwachsende Geschlecht in zahlreichen höheren undniederen Schulen, welchen die Behörden die wärmste Für-sorge angedeihen lassen, bilden lassen zu können. Einegrosse Zahl von Anstalten und Vereinen arbeitet in ihram Baue des Reiches Gottes und in der Abhülfe von allerleiNoth und Elend. Sie selbst bethätigt den in ihr waltendenchristlichen Geist durch lebhafte Theilnahme am öffent-lichen Gottesdienste und eine hervorragende seltene Opfer-■willigkeit.
Auch den gottesdienstlichen Bedürfnissen ist durchihre vier Kirchen ausreichend Rechnung getragen; dennz u den beiden ältesten Kirchen (auf der Bolker- und derBergerstrasse) trat schon im Jahre 1871 die Kranken-bauskirche, welche immerhin gegen 600 Andächtigefasst und einem lebhaft empfundenen Bedürfnisse des süd-lichen Stadttheils entspricht, indem in derselben sonntäg-lich Hauptgottesdienst stattfindet. Im Jahre 1881 aber(am 6. December) konnte die mit einem Aufwände vonßiehr als 1 000 000 Mark erbaute, grosse und architectonischhervorragende Johanneskirche auf dem Königs-platze geweiht werden, welche seitdem den Mittelpunktdes gottesdienstlichen Lebens bildet und wegen ihrer schönenLage, ihrer herrlicher Formen, ihrer ausgezeichneten Orgel,ihres klangvollen mächtigen Geläutes und vor Allem wegenJ hrer zahlreich besuchten Gottesdienste eine wahre Freude