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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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142 Oeachichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.

grossen, prächtigen Gebäude gelegt, dessen Baukosten sichauf 88515 Thlr. beliefen. Eine öffentliche Einweihungkonnte wegen der kriegerischen Ereignisse des Jahres 1866nicht stattfinden, doch wurde die Anstalt bei der Aufnahmeder ersten verwundeten und kranken Krieger in ernsterAndachtsstunde dem Schutz des Herrn befohlen; die Ver-pflegung der grossen Schaaren von Kriegern kam demHause wesentlich zu gute, indem von nah und fern dieLiebesgaben zur innern Einrichtung des Hauses und zurBestreitung der Pflegekosten gesandt wurden. 1877 erwarbdie Anstalt Corporationsrechte und trat somit aus demunmittelbaren Verbände mit der Gemeinde heraus. Am31. October 1876 wurde die in der Anstalt befindliche Kirche,welche während der Kriegszeit als Krankensaal benutztwar, zum öffentlichen gottesdienstlichen Gebrauche ein-geweiht, und finden seitdem regelmässige Sonntags-Gottes-dienste in derselben statt. Das Krankenhaus ist eine Zierdeder Stadt und ein Segen für die Gemeinde.

Aus der Entwicklung des Schullebens dürfte hervor-zuheben sein, dass die Gemeinde im Jahre 1835 eine Frei-schule für die Kinder der untersten Klasse in's Lebenrief, (Hauptlehrer: Jul. Braselmann), welche jedoch späterbei der Vereinigung dieser Schulen mit den städtischenSchulen wieder einging. Im Jahre 1837 begründete einprovisorisches Curatorium (Regierungsrath Alt gelt etc.)die Luisenschule für die Töchter der höhern Stände,so genannt nach Ihrer Königl. Hoheit der Frau PrinzessinFriedrich von Preussen, Luise, welche das Protektoratder Schule huldvollst übernahm und bis an ihren Heimgangbekleidete. Im Jahre 1854 ging diese Schule in den Besitzder Gemeinde über und wurde von einem Scholarchat,welches dieselbe wählte, geleitet; 1861 wurde das Schul-gebäude in der Steinstrasse erbaut; 1863 an Stelle der bis-herigen Vorsteherin Frl. Julie Quincke der bisherigeLehrer an der städtischen Realschule, Herr Dr. Uellnerzum Direktor der Schule berufen; im Jahre 1864 eineS e 1 e k t a zur Ausbildung der Zöglinge für das höhereSchulfach mit der Schule verbunden; im Jahre 1875 wurdedie Anstalt zum Preise von 100,000 Mark an die StadtDüsseldorf verkauft, unter deren Leitung dieselbe sich nochheute befindet und einen confessionell-paritätischen Charakterbekommen hat.

Jahrzehnte hindurch rang die Gemeinde darnach,auch für die männliche Jugend der höheren Stände eineentsprechende evangelische Bildungsanstalt in's Leben zurufen, womöglich ein evangelisches Gymnasium, fand aber