Druckschrift 
Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
Seite
133
Einzelbild herunterladen
 

Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.

133

nach Maestricht, und das Consistorium beschliesst, nun-mehr die Rectoratschule ganz eingehen zu lassen, demPastor Hartmann aber anheimzugeben, für das Rectorat-gehalt sich einen Adjunkten zu halten und die Rector-wohnung zu vermiethen.

Als bemerkenswerthe Züge aus der kirchlichen Ent-wicklung der Gemeinde seien hier nur folgende hervor-gehoben. Die Form des Gottesdienstes war von der derreformirten wenig verschieden. Die Taufen und Trauungenfanden der Regel nach im öffentlichen Gottesdienst statt.Im Jahre 1689 wurde das treffliche Gesangbuchdie singen-den und klingenden Berge" eingeführt. In der Kirchewurden nicht nur die Pastoren und deren Angehörige, sondernauch gegen ziemlich hohe Gebühren (50 Rth.) andere her-vorragende Gemeindeglieder begraben, und noch heutenennen die in der Kirche aufgehangenen Wappen die Namender dem Adel angehörigen hier bestatteten Personen. Des-gleichen befanden sich in der Kirche einFürstenstuhl"und viele Kirchenstühle, welche von Familien käuflicherworben oder auf längere Dauer gepachtet oder als Ehren-sitze verliehen wurden. Die lutherischen Militair-Personen,unter welchen sich stets viele hohe Officiere befanden,nahmen an dem Gemeinde-Gottesdienste theil und wurdenüberhaupt als Mitglieder der Gemeinde angesehen, undmanche Generale und höhere Offiziere in der Kirche begraben.Hervorragende Ereignisse, wie die Genesung des Landes-fürsten im Jahre 1754, die Errettung aus der Gefahr derRhein-Ueberschwemmung im Jahre 1784, wo das Wasserbis an dem vierten Treppstieg in der Kirche stand, dashundertjährige Kirchweihfest 1787 und der Tod des Landes-fürsten 1799, wurden mit Gottesdienst und je nach Um-ständen mit Musik-Aufführung in der Kirche und Kanonen-schüssen gefeiert, vierteljährliche Buss- und Bettage be-gangen.

Fortdauernd war die Gemeinde darauf bedacht, ihreKirch-, Pfarr- und Schulgebäude, sowie die Gehälter ihrerPfarrer, Lehrer und Kirchendiener zu verbessern. Wie geringUie letzteren waren, geht daraus hervor, dass noch im Jahre1723 der Präceptor (deutsche Schulmeister) nur 48, der9 r gamst 40, der Küster 18 und der Calcant 2 Thlr. jähr-lich bezogen. Die Pfarrer erhielten um dieselbe Zeit 200 Thlr.Jahrgehalt. Auch auf die Erwerbung der um die Kirchehegenden Häuser und Grundstücke ist die Gemeinde fort-während bedacht. Sie kauft 1529 das Haus und den Garten«es Hülshoff für 2100 Rthlr., damit der Gottesdienst nichtbelästigt werde und die Kirche nötigenfalls erweitert