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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.

und wenn sie der Fürst abschaffen wolle, keinen Fuss breitnachgeben müsse. Denn dergleichen Abschaffung müsseliberrimo cum consensu omnium trium statuum (unterfreiester Zustimmung aller drei Stände) geschehen.

Der Brandenburgische Hof intendire offenbar Syncre-tismum (beabsichtige die Union der beiden evangelischenBekenntnisse), und sei die Hallische Academie blos zu demEnde aufgerichtet. Wenigstens werde man Syncretismumim Herzogthum Magdeburg introduciren.

Von Hoffnung besserer Zeiten halte er nichts, dennes weise sich hier das Contrarium aus.

Hier könne keiner ein Officium kriegen, der nichtkatholisch wäre oder würde, daher er viel Sorge wegenBeines Sohnes, der in Jena jura studire, habe.

Keine Bibliothek dürfe man hier nicht suchen, dennder Churfürst habe keine, und die, so bei dem Jesuiten-Collegio sei, bestehe nur ex Patribus & libris Jesuitarum.Es lebten auch keine literati hier, die von der eruditionprofession machten, ausser ein trefflicher Chymicus Dr.Schrader.

Der Herr Pastor ist ein langer hagerer Mann, der dasalte deutsche Decorum hat, und ein grosser Orthodoxus ist.Er ist aus Sachsen gebürtig und vorher in Jülich Pastorgewest, allwo die lutherische Gemeine noch schwächer alshier sein soll. Er hat viel an sich, so man bei den GemeinenDorfpriestern zuweilen findet. Keine sonderbare eruditiondarf man bei ihm nicht suchen, doch hat er die Metaphysicund historie ziemlich inne. Er ist noch sehr hurtig auf dieBeine, ungeachtet er nicht weit von 60 Jahre ist. In seinerAufführung gegen uns beging er viel Bassessen und zeigte,dass er seine Autorität schlecht in Acht zu nehmen weiss.Doch sollte ein Fremder, der ihn etliche mahl sprechenkönnte, viel vom hiesigen Hofe von ihm erfahren können,denn er weiss sehr viel Specialia. Denen Pietisten ist ernicht gut, meint auch, es sei sehr ungereimt, dass sie denApostolischen statum introduciren wollten, als welcher jaganz unvollkommen gewest, dieweil es ihm am Wehrstandegemangelt.

Also zeige auch die communio bonorum (Gütergemein-schaft) von eben dieser Unvollkommenheit, denn diesehabe deswegen introduciret werden müssen, weil die Per-sonae Ecclesiasticae und armen Christen sonst damals nichthätten leben können."

Die lutherische Gemeinde hatte wie ihre reformirteSchwester hierselbst eine lateinische (Rektorat-) und einedeutsche Schule. Nähere Nachrichten fehlen.