Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.
127
zu Düsseldorf beruhenden, mit dem Jahre 1643 beginnendenTaufregistern der lutherischen Gemeinde wird ein PastorDavid Blenno Stettinensis (von Stettin) erwähnt;eine Nachricht im Protokollbuch des Consistoriums er-wähnt jedoch weder Hagenbusch noch Blenno, sondernbezeichnet Johann B a d e r u s aus Erfurt als Weyer'sNachfolger (?) im Jahre 1642; als dritten Prediger: MichaelSchipelius im Jahre 1648; als vierten Hoff mann,1655; als fünften David Seyler, 1684; als sechsten denbisherigen Hülfsprediger Joh. Bern. Stollmann, 1708.
Während wir von Justus Weyer's weithin reichenderWirksamkeit auch aus anderen Quellen erfahren, sind unsüber die genannten Nachfolger keine nähere Nachrichtenerhalten; und nur über den zuletzt genannten DavidSeyler finden sich einige Mittheilungen in dem vomJahre 1763 datirten „Reisetagebuche" eines gewissen G.Stolle (Handschrift aus der Breslauer Universitäts-Bibliothek), welcher berichtet:
Den 10. September waren wir bei dem LutherischenPrediger, David Seyler, von dem wir unter andern folgendeserfuhren:
Die Gemeinde sei hier schwach und sei er nur alleinPrediger bei der Kirche, welche keine fundos habe, sondernnur von den Auditoribus unterhalten würde, doch sammelteman nach und nach dazu. Sachsen hätte vorhin immerßubsidien-Gelder gegeben, aber unter des itzigen ChurfürstenRegierung sei alles ausblieben. Es sei auch nur Eine luthe-rische trivial Schule hier, und ein Schulmeister, der auchin der Kirche vorsinge. Mit dem vorigen reformirten Predigerhabe er keine Verdrüsslichkeiten gehabt, aber die itzigenscalirten öfters in Predigten recht schimpflich auf dielutherischen, welche sie auch nennten. Ohnlängst hätteder eine nicht taufen wollen, weil ein lutherischer Offizierput unter den Gevattern gewesen. Er aber enthalte sichin Predigten auf alle Weise des Elenchi, wenn er gleichdazu Gelegenheit genug habe, und fundire seine Zuhörernur in Thesi.
In der hiesigen Kirche sei weder der Exorcismus nochdie privat-Beichte introducirt, er verlange auch keins vonbeiden einzuführen. Doch wie sich die, so zum Abendmahlgehen wollten, zuvor bei ihm angeben müssten, so frageer die Fremden allezeit, ob sie auch über dem Mangel derBeichte einen Scrupel hätten, und erböte sich auf solchen"all, sie Beichte zu hören.
Dennoch halte er davor, dass, wo die Beichte oderandere adiaphora eingeführt wären, man darüber halten,