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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs^

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und Gottesdienste hinfürters ebenmessiglich zu verrichtenentschlossen und gemeint". Sie (die lutherischen Gemeinde-glieder) bitten daher um Einräumung der St. Anna- oderGasthauskirche (Hospitalkapelle) zum Mitgebrauche.

Eine zweite Eingabe der lutherischen Gemeindegliedervom 15. April 1610 erwähnt, dass sie im Jahre 1609 einenPrediger Augsburgischer Konfession angestellt haben, undbitten zur Salarierung desselben um eine landesherrlicheBeisteuer. Unterzeichnet ist diese Eingabe von WilhelmLithodius, der Rechte Doktor: Adrian Kompsthoff, Pro-kurator; Reinhard Wüsthoff, Rathsverwandter; BernhardSteinbrinck, Krämer; Matthias Neissmann, Kannegiesser;Isaak Mockenhaupt, Goldschmidt; Hans Klein, Koch;Matthias Ernst, Siegelschneider. Mittelst FürstlichenReskripts vom 18/28. April 1610 wurden für vorgedachtenZweck jährlich 50 Rthlr. aus der Landrentmeisterei bewilligt.Auch trug Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm den 7. Juli 1610seinem Vater Philipp Ludwig den Plan der Erbauung einerKirche als Simultankirche für Kalvinische und Lutherischevor, und Philipp Ludwig stimmt unter dem 11. Juli 1610diesem Vorschlage bei; doch kam dieser Plan nicht zurAusführung, und wird die lutherische Gemeinde wohl,ähnlich wie die reformirte, sich anfangs mit gemiethetenLokalen beholfen haben.

Ferner erfahren wir aus den im Kirchenarchiv zuSchwelm vorhandenen Urkunden, dass dort ein lutherischerPrediger namens Gosswin Könnemann nach einjährigerThätigkeit in Düsseldorf als Pastor wirkte und im Jahre1609 einem Rufe an die lutherische Gemeinde zu Hagenfolgte. Dieser Könnemann wird also zu den Predigernzählen, welche meist nur für kurze Zeit und mit oft-maligen Unterbrechungen wie in der reformirten Gemeinde' die hiesige heimliche lutherische Gemeinde in den letztenJahrzehnten des 16. und zu Anfang des 17. Jahrhundertsbedienten.

Mit dem Jahre 1609 tritt die oben geschilderte günstigereWendung der Dinge für die evangelischen Gemeinden ein.Sie erhalten das Recht des öffentlichen Gottesdienstes, undwir erfahren nun zunächst aus einer im hiesigen Landes-archiv befindlichen Nachricht, dass die lutherische Ge-meinde am 6/16. März 1611 den aus Frankfurt am Maingebürtigen Georg Beyer als ihren Prediger berief. Dochschon unterm 9. Juli desselben Jahres wird berichtet, dassderselbe, der schon nach einer Nachricht vom 11. Juli 1610mit demKalvinischen Pfaffen Philippo Poppinghusio inguter Gemeinschaft stand", zur reformirten Kirche über-