Geschichte, der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.
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Hälfte des vorigen Jahrhunderts zeitigte, geht aus derPredigt hervor, welche der Prediger Pithan bei Janssen'sAmtsniederlegung hielt und in welcher er u. A. sagt: „Janssenkam in dem Jahre 1763 hierher zu unserer Gemeinde, zueiner Zeit, wo man sehr häufig die Stätte besuchte, wo desHerrn Lob verkündiget wird. Dieses war Freude für seinHerz und Aufmunterung für seinen regen Fleiss. Destoinniger musste es ihn aber auch betrüben, dass späterhinmanche anfingen die Versammlung zu verlassen, dass derfeurige Eifer für die Gottseligkeit allmählich anfing zuerkalten, dass die Kirchenzucht um einen Theil ihres An-sehens kam; dass die Sitten immer mehr verwilderten unddie strafbaren Leidenschaften sich ungezügelter zeigten inihren wilden Ausbrüchen. Manches ist unsern Zeitgenossengleichgültig geworden, was unsern Vorfahren heilig war.Als euer alter Lehrer sein Amt unter euch antrat, da wares Sitte in den Familien, dass alle Hausgenossen an jedemSonntage die Kirche besuchten und die mehrsten selbstzwei-, andere sogar dreimal darin gesehen wurden an jedemSonntage. Wenn Jemand an einem ganzen Sonntage nichtin der Kirche erschien, so gehörte dieses zur Ausnahme undman hielt die Abwesenden für krank oder für ausheimisch.Jetzt aber gehört, wie ein scharfsinniger Beobachter unsererZeitgenossen sagt, „das Besuchen der Kirche bei vielen zurAusnahme, und die Weichlichkeit unserer Tage findet dieKirchen selbst schädlich für die Gesundheit. Sonst sahman die Kirchen an als Oerter der Erholung von dem Ar-beiten der Woche, jetzt kennt man andere Oerter der Zer-streuung, welche für die Sinnlichkeit reizender und an-genehmer sind. Wie kränkend mussten diese und ähnlicheWahrnehmungen für einen Mann werden, der in ganz anderenZeiten gebildet und mit ganz anderen Vorstellungen auf-gewachsen war!"
Von sonstigen die Gemeinde betreffenden Ereignissensei hier nur erwähnt, dass am 15. Februar 1733 ein ZugSalzburger Emigranten, welche nach Holland flüchteten,v on der reformirten und lutherischen Gemeinde bewirthetu nd beschenkt, die reformirte Kirche 1761 in ein Mehlhausder hier hausenden französischen Armee verwandelt, nachder grossen Rhein-Ueberschwemmung am 27. Februar 1784(wo die Kirche einen Fuss hoch unter Wasser stand), einleierlicher Dankgottesdienst für gnädige Bewahrung ver-anstaltet, und in der Nacht des Bombardements vom 6. zum'• October 1794 die Kirche und die anstossenden Gemeinde-häuser von den Granatkugeln der französischen Armeebeschädigt wurden.