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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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122 Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.

dem Schutze des Preussischen Residenten, welchermit diesem Jahre seinen Wohnsitz in Düsseldorf nahm,grössere Freiheit und Sicherheit, welche dann auch unterdem jesuitisch gesinnten Fürsten Karl Philipp (17161742)nicht mehr gefährdet wurden; und der kunstsinnige KarlTheodor (17421799) setzte vollends dem mächtigenpreussischen Schutze keinen Widerstand mehr entgegen.Zufolge dessen wuchs die Gemeinde fortwährend an Seelen-zahl und Leistungsfähigkeit, wie letzteres namentlich ausden zahlreichen und nicht unbedeutenden milden Stiftungendes 18. Jahrhunderts hervorgeht.

Nach dem Tode des Predigers ab Hamm (1728)wurde der Hofprediger Joh. H. Jäger zu Dillenburgzum Nachfolger, nach dem Tode des zweiten PredigersPetrus Melchior (1732) Petrus W ü 1 f i n g , Prediger zuWülfrath, zu dessen Nachfolger erwählt. Dieser Wülfing,von dessen Predigtgabe Jung Stilling sagt: ,,er predigteso schön, so erbaulich und mit einer Würde, dass Zuhörer,die ihn nicht kannten, in Thränen zerflossen und ihn füreinen apostolischen Mann hielten", war derselbe Mann,der später in Solingen und Ronsdorf ein Haupt der berüch-tigten Ronsdorfer Secte wurde und obwohl anfangs vonder Preussischen Regierung bestätigt und zum Consistorial-rath ernannt hernach wegen seines schändlichen Lebens-wandels abgesetzt, in tiefstem Elende starb. Schon in Düssel-dorf zeigte er seine Hinneigung zu jener Secte und wurdedeshalb von seinem Consistorium verklagt, so dass es fürdie Gemeinde eine Wohlthat war, dass er im Jahre 1734nach Solingen berufen wurde.

Die Nachfolger Wulfings waren: Johann T r i e e c h ,bis dahin Prediger in Gemünd (17341765, zugleich Präsesder General-Synode), Wetzelius Wackerzapf (1766 bis1772), bisher Prediger in Erkrath, Justus Brummer,bisher Prediger in Emmerich (17731792), ein Mann vongrosser Rechtschaffenheit, der aber schon im Geiste desRationalismus wirkte und dadurch nicht wenigen Gemeinde-gliedern anstössig wurde. Die erste Prediger-Stelle bliebwegen der Bedrängnisse des siebenjährigen Krieges zweiJahre unbesetzt. Der im Jahre 1760 erwählte HeinrichBertram Hoffmann, bisher Prediger zu Dussel, starbnach kurzer gesegneter Arbeit schon im Jahre 1762. SeinNachfolger wurde Johann Wilhelm Janssen, bisherPrediger zu Brienen, welcher im Jahre 1802 sein Amt wegenAlterschwäche niederlegte.

Dass der Rationalismus allmählich auch in der refor-mirten Gemeinde seine schlimmen Früchte in der zweiten