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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.

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holländischen Lahadismus vertrat, während jener der strengenOrthodoxie seiner Zeit angehörte.

Joachim Neander ist einer der gefeiertstenLiederdichter der evangelischen Kirche. Ersang undspielte dem HErrn", d. h. er erfand zu den von ihm gedich-teten Liedern auch zum Theil die schönen, tiefergreifendenWeisen. Und wenn er auch als Dichter einen Luther, PaulGerhard und Anderen den Vortritt lassen muss, so stehter ihnen doch in seiner Art ebenbürtig zur Seite. Nament-lich aber ist es die reformirte Kirche Deutschlands, welcheUrsache hat, Neander's Andenken in Ehren zu halten. Erwar es, der dieser Kirche, welche bisher nur die in Reimegebrachten Psalmen Davids in ihren Gottesdiensten ge-sungen hatte, mit seinenBundesliedern" die erste Gabeureigenen, aus vollem Herzen frei entströmenden Liedesdarbot und dadurch die reiche Gesangesgabe, welche auchdieser Kirche in Männern wie Gerhard Tersteegen, FriedrichAdolf Lampe u. a. anvertraut werden sollte, entfesselte.Er ist, wenn nicht der Schöpfer des reformirten Kirchen-liedes, so doch der erste Herold eines neuen reichen Lieder-frühlings dieser Kirche.

Neander war 1650 in Bremen als der Sohn eines Lehrersam dortigen Pädagogium geboren, wurde als Student amGymnasium illustre seiner Vaterstadt durch eine ihn mächtigergreifende Predigt des dortigen berühmten Predigers TheodorUndereyk im lebendigen Glauben erweckt, besuchteseit 1671 die Universität Heidelberg, wo er zugleich alsInformator einiger Studenten wirkte, brachte den Winter1673/74 in Frankfurt a/Main zu, wo er die dortigen refor-mirten Fremdengemeinden und den berühmten Vertreterder im besten Sinne pietistischen Richtung: Phil. JacobS p e n e r kennen lernte, und trat am 1. Mai 1674 sein Amtals Rector in Düsseldorf an. Seine Wirksamkeit als Lehrerwar vorzüglich, seine Predigtweiseohne viel Kunst, jedochnicht ohne Beweisung des in ihm wohnenden Geistes".Weil er aber nach Spener's Vorbild die collegia pietatis (diefrommen Zusammenkünfte der gläubigen Christen zu ge-meinsamer Betrachtung der heil. Schrift und zum Gebet)auf eigne Hand auch in der Düsseldorfer Gemeinde ein-führte, obwohl die General-Synode angeordnet hatte, dassdieselben nur auf Anordnung des Consistoriums und unterAufsicht der Prediger stattfinden dürften, so wurde er inheftige Kämpfe mit dem Düsseldorfer Consistorium undnamentlich mit dem Prediger Lürsen verwickelt. Man warfihm, wohl nicht mit Unrecht, auch noch andere eigenmächtigeAnordnungen im Schulwesen vor, und obwohl er unterm