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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.

seit 1612 Johann Anton Biber angestellt wurde, welcherzugleich Hülfsprediger der Gemeinde war und die Schulezu solcher Blüthe erhob, dass schon im Jahre 1613 vierLehrer an ihr angestellt sind und dieses Institut den Neidder alten, immer mehr sich auflösenden (katholischen)Fürstenschule erregte. Durch ein Brandenburgisches Süb-sidium (300 Thlr.) wird dann noch die Anstellung einesfünften Lehrers ermöglicht. Alles deutet darauf hin, dassdie Gemeinde, welche anfangs aus nur hundert Gliedernbestand, infolge der gewährten Religionsfreiheit nicht nurrasch an Seelenzahl wuchs, sondern auch eine grosse That-kraft und Opferwilligkeit an den Tag legte, worin sie vondem anfangs noch günstig gestimmten pfalzneuburgischenHofe sowie von auswärtigen Gemeinden und fürstlichenHöfen bestärkt wurde. Seit 1613 wurde sogar die Anstellungeines zweiten Predigers, Henricus Krauthofen, not-wendig, weil Poppinghaus, der zugleich Inspektor der Düssel-dorfer Classe und bereits altersschwach war, der Hülfebedurfte, und war es der Gemeinde gestattet, das heiligeAbendmahl in der Schlosskirche, an welcher damals MagisterAbraham Scultetus als evangelischer Hofpredigerfungirte, zu feiern.

Aber schon die im Jahre 1613 in der Stadt um sichgreifende Pest brachte schwere Prüfungen für die jungeGemeinde mit sich. Viele Einwohner flohen aus der Stadt;die Gemeinde durfte ihre Freitagsgottesdienste nicht mehrin der Schlosskapelle abhalten; ein besonderer Seelsorgermusste für die Pestkranken angestellt werden, und als imJahre 1614 die Kriegsunruhen begannen, sahen sich PredigerPoppinghaus und Rektor Biber genöthigt, nach Cleve undHolland zu reisen, um für die bedrängte Gemeinde zucollectiren. Nur mit grosser Mühe gelang es in den folgendenJahren Hülfsprediger und Lehrer für kurze Dauer zu ge-winnen; die Rektoratschüler mussten sich vielfach an denHausthüren ihren Unterhalt erbitten, und die Geistlichenwurden mit Einquartierung belästigt. Den empfindlichstenSchlag aber erlitt die Gemeinde, als im Jahre 1624 ihr ver-dienter Prediger Poppinghaus starb 1 ) und an seinem Be-gräbnisstage, als die Leichenbegleitung kaum vor demThore war, die reformirte Kirche durch die Räthe des Fürsten

*) Die dankbare Gemeinde ehrte ihn durch folgendes von Dr.Redinghofen verfasste Chronologium seines Grabsteines:

QllJnta HeJ septeMbrJs ConstantJ peCfore Constans VerbJCoeLestJs PraeCo PHJLJppVs obJt. (Am 6. September starb mitstandhaftem Muthe der standhafte Verkündiger des göttlichen Worte»Philippus.)