Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.
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nicht vollständig urkundlich nachweisen lässt. Die Aktendes reformirten Classical-Conventes von Bedburg erwähnenunter'm 5. Juli 1573, dass in Düsseldorf ein Prediger an-gestellt werden müsse, der den bereits angefangenen Baueiner Kirche fördern solle, und ordnen unter'm 7. Juli 1574an, dass für Düsseldorf und Rheydt bis auf weiteres eingemeinsamer Prediger, Conradus Titz aus Köln, bestelltwerde.
Derselbe blieb zwar der gedrückten Verhältnisse halbernicht lange in dieser Stellung, und auch die nachfolgendenPrediger wechseln in rascher Folge; Name, Wohnort undWohnung derselben müssen wegen drohender Gefahr strengverschwiegen werden. Doch erfahren wir, dass im Jahre
1593 die Gemeinde von der Jülicher Classe ausscheidetund in die Bergische eintritt; ihre Deputirten wohnten
1594 der Synode zu Elberfeld bei, und ihr damaliger Predigerwar Johannes Gosmannus (1593 bis 1596.)
Wie dürftig und schwankend überhaupt die Nach-richten über die ersten Jahrzehnte der Gemeinde erscheinen,so geht doch so viel aus ihnen hervor, dass der von Seitender herrschenden Partei auf sie geübte Druck sie nur zugrösserer Opferwilligkeit und Beharrlichkeit in ihremevangelischen Glauben anspornte. In den wohlgegliedertenOrganismus der reformirten Synoden fest eingefügt, habenwir sie uns nach dem Vorbilde und den Vorschriften der-selben geordnet zu denken, geleitet durch ein von sämmt-Üchen Hausvätern erwähltes, aus Predigern, Aeltesten undArmenpflegern bestehendes „Consistorium"; im Bekenntnissauf den Heidelberger Katechismus gegründet; ihren Gottes-dienst in Psalmengesang, Gebet und Predigt des göttlichenVaters bestehend; in Wandel und Leben durch eine äusserststrenge Kirchenzucht geregelt, welche sie sowohl von der■Betheiligung an den gewöhnlichen weltlichen Vergnügungenft ls von jeder Anbequemung an die herrschende Kirche( z - B. durch Mischehen) fernhielt, die strengste Sonntags-heiligung und tägliche Hausandachten vorschrieb und dasgeringste Aergerniss mit Geldbusse und andere Kirchen-strafen belegte. Nur eine Gemeinde, die auf so festem Fun-damente ruhte, vermochte auch trotz aller Armuth undVereinzelung die schwere Zeit eines 40jährigen Druckes zubestehen, auf welche dann nur vorübergehend eine günstigereZeit folgte, um die Gemeinde auf noch schwerere Drangsal2u rüsten.
Die angedeutete günstigere Wendung bezeichnet das•Todesjahr des Herzogs Johann Wilhelm, 1609. Da er kinder-los starb, so bewarben sich Kurfürst Johann Sigis-