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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.

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und lästerliche Missbräuche zu meiden."Im Jahre 1559den 12. Januar haben Ihro Fürstliche Gnaden ein sehrmerkwürdiges Schreiben selbst aufgesetzt und geschriebenan Kaiserliche Majestät zur Verantwortung dessen, worüberDieselbe beschuldigt worden, als nämlich, dass sie Neuerungim Gottesdienste anrichteten, einen verheyratteten Hof-prediger hätten und Dero Kinder in der EvangelischenReligion erziehen Hessen. Die Antwort ist recht christlichund recht fürstlich eingerichtet." ...Sonderlich abermuss hierbei unvergessen bleiben die Reformations-ordnung, so 1567 mit Rath und Zuthunder vornehmsten Stände und Räthe ver«fasset und gestaltet worden, die dann des-selben Inhalts, wie die von Herzog Johannes angenommene."...Gleichwie nun", heisst es weiter,I. F. G. den Gottes-dienst auf diese Weise bei Dero Hofe bedienen lassen durchunterschiedliche Prediger als Arnoldum, Bungardum, Nico-laum, Rollium, Gerhardum, Veltium etc., also haben sieauch an den meisten Orten in diesen Landen und sonder-lich im Bergischen die Kirchen mit evangelischen Predigernversehen, wie dann allhier in Düsseldorf neben obgedachtenHofpredigern von D. D. Leone und Casparo in der Pfarr-kirche das h. Evangelium nach obgesetzter Ordnung bisauf das Jahr 1570, da Doctor Mommerus (des HerzogsGeheimer Rath) gestorben, einschliessüch ist gepredigtworden."

Die letzten Worte Melchior's bezeugen, was auch durchandere Nachrichten aus jener Zeit bestätigt wird, dassnicht allein im Schlosse, sondern auoh in der hiesigen Pfarr-kirche zum h. Lambertus eine längere Reihe von Jahrenhindurch, jedenfalls aber von 15671570 das Wort Gottesnach den in der gedachten Kirchenordnung vorgeschriebenenevangelischen Grundsätzen verkündigt und das heiligeAbendmahl unter beiderlei Gestalt gespendet worden ist.Es ist wohl zu weit gegangen, wenn man hieraus gefolgerthat, dass damals bereits hier einereformirte Gemeinde"bestanden habe; wir werden vielmehr nur annehmen dürfen,dass die Reform des Kirchenwesens in der Residenz desHerzogs mit besonderem Eifer und unter Zustimmung desgrössten Theils der Geistlichen und der Bevölkerungdurchgeführt wurde. Immerhin aber ist die erwähnteThatsache ein Zeugniss für den Aufschwung, welchen dieevangelische Bewegung damals am Niederrhein bereitsgenommen hatte.

Dass diese Bewegung gleichwohl nicht ihr Ziel erreichte,hatte seinen vorzüglichen Grund darin, dass Herzog Wilhelm,