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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.

Wir würden jedoch irren in der Annahme, als hätteHerzog Wilhelm seine einer gemässigten Reformation zu-gethane Gesinnung dieser schweren Schicksalsschläge wegengeändert. Noch zwei Jahrzehnte hindurch verblieb Heres-bach in seiner Stellung als herzoglicher Geheimrath undErzieher der fürstlichen Kinder: und dass die Erziehungder letzteren im evangelischen Geiste geschah, dürfte schondaraus hervorgehen, dass die älteste Tochter Wilhelm's,Maria Eleonore, 1573 mit Albrecht Friedrich vonBrandenburg, die zweite, Anna, 1574 mit dem Pfalz-grafen Philipp Ludwig von Neuburg, die dritte, Mag-dalena, 1579 mit dem Pfalzgrafen Johann von Zwei-brücken lauter evangelisch-gesinnten Fürsten ver-mählt wurden. Auch wurde im Jahre 1545 zum erstenRektor der von Herzog Wilhelm gegründeten gelehrtenSchule, des seminarium reipublicae, an welcher auch theo-logische, juristische und politische Vorlesungen gehaltenwurden, ein Gesinnungsgenosse von Heresbach, der berühmteMagister Johannes Monheim, derLehrer vonNiederdeutschlan d", berufen, ein Mann, derzwar anfangs mehr im Geist und Sinn des Erasmus, jelänger je mehr aber in entschieden reformatorischer Rich-tung wirkte, wie dies namentlich sein berühmter Katechismusvom Jahre 1560 beweist, und der die Düsseldorfer Schulezu einer solchen Blüthe brachte, dass dieselbe von nah undfern besucht wurde und eine Zeitlang gegen 1800 Studirendezählte. Sein Einfluss auf die Düsseldorfer Bürgerschaftwar ein so tiefgehender, dass dieRathsverwandten" nochin einer Eingabe an den Bürgermeister und Rath vom Jahre1581 ihm folgendes Zeugniss ausstellen:Der hochgelehrteund weit berühmte erstbestellte Rektor seligen Gedächt-nisses, M. Johannes Monhemius, hat seine Meinung getreu-lich am Anfang dahin gestellt, damit er mit allem Ernsteund gebührlichen Mitteln der Jugend vorstehen möchte,auch denselben mit seinem Leben, Wandel, Lehre und Dis-cipün dermassen vorgestanden, dass sein Name und Gelehrt-heit durch die ganze Christenheit gerühmt und vieler ElternGemüther dadurch bewegt, dass sie ihre Kinder über 50,60, 70 und mehr Meilen Wegs mit grossen Kosten hierherzum Studium geschickt haben."

Auch Melchior bezeugt, dass Herzog Wilhelm trotzseiner misslichen Lage und seiner Verheirathung mit Mariavon Oesterreichtreu eyfrige Sorge zu Errettung der armenUnterthanen aus dem alten Aberglauben habe sehen lassen."Im Jahre 1556 den 16. Juli habe erallen Pastoren befohlen,Gottes Wort lauter und rein zu predigen, den Catechismummit öfterer Wiederholung zu üben, auch die Bildertracht