Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.
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selben begleitete, sagt er u. A.: „die Lehre, die ich bisherals Luthers Lehre kennen gelernt hatte, enthält keinenGlaubenssatz, welcher von der Kirche oder von den Ge-setzen für ketzerisch erklärt worden ist." In diesem Geistewirkte er namentlich auch als Erzieher der fürstlichenKinder, von welchen die erwähnte Prinzessin S i b y 11 alebenslänglich ihrem um des evangelischen Bekenntnisseswillen so hart verfolgten und vom Kaiser zu langwierigemGefängniss verurtheilten Gemahl treu verblieb, während diePrinzessin Anna dem vom Papste abgefallenen KönigeHeinrich VIII. von England vermählt wurde und die Prin-zessin A m a 1 i e , um ganz ungestört ihres evangelischenGlaubens leben zu können, sich nach dem Schlosse Burgan der Wupper zurückzog. Sonderlich aber — sagt Mel-chior — hat Herzog Johann Sorge getragen für die guteAuferziehung Dero Erbprintzen und zu solchem Ende Dem-selben zum Unterweiser und Hoffmeister vorgestellt Conradvon Heresbach, dessen Gelahrtheit, Gottesfurcht und Treueund andere herrliche Gaben aus vielfältigen Handlungen,besonders aus dem bekannten Buch ,,von Auferziehungfürstlicher Kinder" bei den Nachkommen unver-gessen."
Dieser Erbprinz gelangte als Wilhelm III. im Jahre1539 zur Regierung und regierte bis 1592. Sein Vater hattenoch vor seinem Tode die Freude, dass die Stände des Herzog-thums Geldern den vielversprechenden Sohn zum Herzogwählten, damit das Land bei Deutschland verbleibe undnicht durch die burgundische Erbschaft an Spanien falle.Aber die Herzogswürde war ein Danaer-Geschenk; dennschon bald brach der Krieg zwischen Kaiser Karl V. unddem bedrängten Herzog wegen dieser Besitznahme aus,und obwohl Franz I. von Frankreich dem Letzteren Bei-stand leistete und die Kaiserlichen 1543 bei S i 11 a r dgeschlagen wurden, zwang dennoch der Kaiser, der mitverstärkten Truppen heranrückte, den Herzog zu dem fürihn höchst nachtheiligen Vertrage von Venlo,in welchem er nicht allein versprechen musste, allen Ver-bindungen mit Frankreich, auch seiner Verlobung mit der11jährigen Prinzessin Johanna von Navarra, der Schwesterdes Königs Franz, zu entsagen, sondern auch sich ver-pflichtete, „die katholische Religion in seinen Landen auf-recht zu erhalten, allen Neuerungen aber zu entsagen unddieselben abzustellen." Noch mehr wurde er dem Kaiserdadurch verpflichtet, dass er 1546 Maria von Oester-reich, die Tochter des nachmaligen Kaisers Ferdinand L,heirathete.