Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.
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geliebt wurde. Die Zeit, welche Myconius in den hiesigenLanden zubrachte, hat er vielfach zur Verkündigung desEvangeliums angewandt und unter grossem Zulauf auchhier inDüsseldorf (so wie in Essen, Soest u. s. w.)gepredigt. Da nun ein Franziskanermönch aus Köln, NamensCorbach, öffentlich am 27. Febr.. 1527 auf der Kanzelerklärt hatte, dass, wenn ihn Jemand eines Irrthums zeihenwolle, er bereit sei, aus heiliger "Schrift besseren Unterrichtanzunehmen, so forderte ihn einer der adligen Begleiter desKurprinzen, ein Herr von Wildenfels, auf, mitMyconius eine öffentliche Disputation über den Glaubenzu halten, was zu jener Zeit oft geschah.
Am 19. Febr. fand diese Disputation hier inDüssel-d o r f statt, wobei ausser dem genannten Fürsten vielehohe Beamte und Edelleute, Gelehrte und andere Bürgerder Stadt erschienen. Die Einzelheiten dieser Disputationkönnen wir nicht alle anführen; der Erfolg aber warder, dass Corbach nach derselben aufstand und sprach:„Lieber Fritz, ich habe dir fürwahr gerne zugehört, wirkönnen auch gar nichts an deiner Rede strafen, es ge-fällt mir alles und ist recht und hat wahrhaftigen Grund.Predigest du also, dann predigest du den rechten christ-lichen Glauben."
Wie grossen Einfluss namentlich auch Konrad vonHeresbach auf den Herzog ausübte, geht aus demferneren Umstände hervor, dass der Letztere, der noch imMärz 1525 gegen die immer mehr sich ausbreitenden „Irrungenund aufruhrstiftenden Schriften und Lehren Luthers" als„eitele, falsche und ketzerische" ein scharfes Mandat hatteausgehen lassen, worin den Uebertretern mit Gefängnissund Strafe an Leib und Gut gedroht wurde, schon nach vierMonaten „seinen Unterthanen zu Gute eine Kirchen-Ord-nung und Besserung" ergehen liess, worin die Abstellungweltlicher Missbräuche in der Kirche und unter der Geist-lichkeit befohlen wurde. Herzog Johann wurde freilichdurch alle diese Einflüsse nicht vermocht, sich entschiedenauf die Seite der Reformation zu stellen, glaubte vielmehrzwischen Rom und Wittenberg eine vermittelnde Stellungeinnehmen und den offenen Bruch mit dem Papstthumverhüten zu müssen und liess sich, angesichts der vielfachin seinen Landen hervortretenden sektirerischen, nament-lich wiedertäuferischen Unruhen, dazu bestimmen, im Jahre1530 die Abschaffung aller bereits vorgenommenen Religions-Neuerungen zu befehlen. Allein wahrscheinlich der Ein-fluss des Erasmus bewog ihn, im Jahre 1532 eine von Konradvon Heresbach verfasste und von Erasmus durchgesehene