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Oeschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs.
Maria, im Jahre 1510 geheirathet hatte, seit 1511 mitseiner Gemahlin über das Herzogthum Berg-Jülich-Ravens-berg regierte und nach dem Tode des Herzogs Johann II.von Cleve im Jahre 1521 auch dessen Erbe antrat, so dasser nunmehr als „Herzog von Cleve-Jülich-Berg, Graf vonder Mark, Eavensberg etc." über ein Land von etwa250 Quadratmeilen herrschte, war der Reformationzugethan, wie dies namentlich daraus hervorgeht, dass derberühmte E r a s m u s und andere Humanisten das grössteAnsehen am fürstlichen Hofe zu Düsseldorf genossen undder Herzog die Erziehung seines Sohnes, des hoffnungs-vollen Erbprinzen Wilhelm, einem der hervorragendstenSchüler des Erasmus und Freunde Melanchthon's, demhochgelehrten Konrad von Heresbach (geb. am2. August 1496 zu Heresbach bei Mettmann, gest. 1576 zuWesel) anvertraute. Ein im Archiv der evangehschen Ge-meinde befindlicher Aufsatz des Dr. jur. Johann von Re-dinckhoven, eines Mitgliedes des Consistoriums der vormalsreformirten Gemeinde, spricht sich hierüber folgendermassenaus: „Als sich im Jahr unsers Herrn und Heylandes JesuChristi 1517 der Religions-Streit in Deutschland erhobenund die Landsfürstliche Obrigkeit dieser Lande, die HertzogenGülich, Cleve und Berg, Grafen zu der Mark und Ravens-bergh, Herren zu Ravenstein im Werk befunden, dass vieleMissbräuche im Papstthumb fürhanden, haben sie ver-schiedene Ordnungen und Reformationes zu Abstellung undVerbesserung derselben sonderlich Hertzog Johans christ-eeligen Andenkens im Jahr 1533 eine im Druck aussgehenlassen." Auf die in diesen Worten angedeuteten reforma-torischen Bestrebungen des Herzogs musste namentlich auchder Umstand fördernd einwirken, dass seine TochterS i b y 11 a sich im Jahre 1526 mit dem frommen undentschieden evangelisch - gesinnten Kurprinzen JohannFriedrich von Sachsen verlobte und im Jahre1527 vermählte; und eben in die Zeit dieser Verlobung fälltein Ereigniss, welches uns lebhaft mitten in den Kampfjener Zeit zu versetzen geeignet ist und sowohl für die in derUmgebung des Herzogs bereits herrschende evangelischeStrömung als für den Widerstand, den dieselbe noch beiVielen fand, Zeugniss ablegt.
Als nämlich der Kurprinz Johann Friedrich zum Besucheseiner Braut sich im Jahre 1527 am Düsseldorfer Hofe auf-hielt, befand sich in seinem Gefolge als Reiseprediger Fried-rich Mecum, genannt Myconius, später Super-intendent zu Gotha, ein Freund Luthers, von dem er wegenseines kindlichen, herzlichen Glaubens und um seiner übrigenguten Eigenschaften willen hochgeschätzt und zärtlich