100 Geschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.
Für die Garnisonkirche hatte der um diese Kircheund um die Garnisonpfarre sehr verdiente GarnisonpfarrerUdalrich Krings nach der Zerstörung der Kirche der Coe-lestinerinnen 1794 deren Hochaltar und Kanzel und nachder Aufhebung des Kapuzinerklosters 1804 aus der Kirchedesselben die beiden Nebenaltäre, zwei Beichtstühle und dieOrgel erworben. Unter der preussischen Regierung gingdie Kirche in den Besitz des Militärfiscus und in die Ver-waltung des Kriegsministeriums über. Seit dem 18. Oktober1816 wird auch protestantischer Gottesdienst in derselbengehalten. Eine Cabinetsordre vom 30. September 1824bezeichnet die Kirche als evangelische Garnisonkirche. Dasie aber nach derselben Cabinetsordre ihren bisherigen NamenSt. Anna-Kirche und ihre katholische Einrichtung bei-behalten und auch für den katholischen Militärgottesdienstbestimmt sein soll, so ist sie thatsächlich bis heute Simultan-kirche. 1 )
Im Jahre 1817 zählte Düsseldorf ungefähr 14 000 Ein-wohner, ebenso viele, wie hundertfünfzig Jahre früher zuden Zeiten des Dechanten Voetz. Seitdem hat die Zahl derBewohner der Stadt stetig und zwar zuletzt in beschleunigterWeise zugenommen, sodass sie jetzt nahezu das Zehnfacheder Bevölkerung von 1817 beträgt. Zugleich hat die Stadt
selben Prof. Hageman n, seit 1814 Lehrer der lateinischen Spracheam Gymnasium. Danach folgten die Religionslehrer: J. L. von denDriesch, 1836—1840; Franz Ludwig Krähe, 1840—1886, seit 1881vertreten durch Religionslehrer Christian Fuss; Dr. Ludw. Küpper,seit 1886. — An der städtischen Realschule, dem spätem Real-gymnasium, seit 1883 auch humanistisches Gymnasium, haben seitGründung der Anstalt 1838 folgende Kapläne der Maxpfarre Reli-gionsunterricht ertheilt: Herrn. Köllmann, 1838—1841; Joh. Theod.Jos. Bock, 1841—1849; Karl Langendorf, 1849—1857; Christian Fuss,1857—1873; dann folgte der Religionslehrer Dr. Christian Lingen,seit 1873. — Die städtische Bürgerschule, gegründet 1872, warbis 1878 mit dem Realgymnasium vereinigt. Seitdem warenReligionslehrer an derselben: Karl Sonnenschein 1878—1886; KarlSeche, seit 1886.
x ) Reihenfolge der Garnisonpfarrer: Udalrich Krings, 1789bis 1811; EverhardBrewer, 1812—1813; Joseph Custodis, 1815—1820;Johann Kornwebel, 1820—1832; Jakob Bodenheim, 1832—1840;Franz Alex. Aug. Halm, 1841—1846; Joh. Heinr. Ant. Lampen-scherf, 1846—1855; Franz Aloys Jos. Hamacher, 1855—1866; Friedr.Kayser, 1866—1883; Anton Keck, seit 1887. — Die katholische Gar-nisonpfarre besteht seit 1700; die Garnisonpfarrer während des 18.Jahrhunderts siehe bei Bayerle, S. 190. — Die Seelsorge im Arrest-hause wurde bis 1841 gewöhnlich von Pfarrgeistlichen im Neben,amte mitversehen. Seitdem waren ständige Seelsorger daselbst:Eduard Gerst, 1841—1865; Conrad Gustav Prell, 1865—1873;Karl Theodor Hubert Schieiden, seit 1874.