Geschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.
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sich nach allen Seiten hin räumlich ausgedehnt und diebeiden Nachbarorte Bilk und Derendorf, die früher je eineViertelstunde von ihr entfernt waren, vollständig in ihrenBereich gezogen. Schon Bayerle im Schlussworte seines1844 erschienenen Buches bezeichnet es als eine dringendeNothwendigkeit, dass für die Bewohner der Gegend amWehrhahn, deren Zahl er auf 4000 veranschlagt, eine eigenePfarre gegründet werde. Seitdem sind vierundvierzig Jahredahingegangen, ohne dass nach dieser Richtung hin etwasGreifbares geschehen wäre. Zur Erklärung muss allerdingsbeigefügt werden, dass seit 1874 die kirchenpolitischenWirren eine Förderung des Werkes sehr erschwerten. Vorheraber hatten sich auf dem in Frage stehenden Gebiete indem Zeitraum von 1850 bis 1870 mehrere religiöse Genossen-schaften niedergelassen, deren Kirchen oder Kapellengrösstentheils der Bevölkerung zugänglich waren. So dieSchwestern vom armen Kinde im Waisenhaus zu Derendorf1850, die Kreuzschwestern in Christi Hilf 1859, die Ciarissenin der Kaiserstrasse 1859, die Franziskaner in der Kloster-strasse 1853, die Dominikaner in der Friedrichsstadt 1860,ebendort 1867 die Dienstmägde Christi und ungefähr umdieselbe Zeit die Kreuzschwestern zur Leitung einer Töchter-schule, und endlich die Franziskanerinnen aus Aachen indem durch Beiträge von den Katholiken errichteten Marien-Hospital. Durch diese Kloster-Kirchen und Kapellen,besonders aber durch die Thätigkeit der genannten zweiMännerorden, Franziskaner und Dominikaner, war für diereligiösen Bedürfnisse der Bevölkerung in den neuen Stadt-theüen immerhin gesorgt. Jedoch ist seit 1886 auch derPlan wieder ernstlich aufgenommen worden, geordnetePfarrsysteme dort einzurichten. — Ausser den eben genanntenklösterlichen Niederlassungen bestanden vor 1875 noch dieder Kreuzschwestern im ehemaligen Carmelitessenkloster,der Franziskanerinnen auf der Ritterstrasse und im Max-Joseph-Hospital in der Neustadt, und das alte Kloster derUrsulinerinnen. Hiervon wurden diejenigen, welche nichtder Krankenpflege gewidmet waren, im Jahre 1875 oderspätestens 1877 aufgelöst, sind aber seit 1887 wiederhergestellt worden mit Ausnahme des Klosters der Kreuz-schwestern in der Friedrichsstadt und desjenigen derSchwestern vom armen Kinde in Derendorf. Zur Zeit be-sitzt also Düsseldorf zwei Männerklöster und acht Frauen-klöster. Von letztern ist nur eins, das der Ciarissen, dembeschaulichen Leben gewidmet; die andern verfolgen prak-tische Zwecke.
Die katholische Gemeinde in Düsseldorf kann ebenso,wie die Stadt selbst, sich zwar nicht mit den andern grossen