08 Geschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.
sie aus freiwilligen Beiträgen das Marianische, später vomb. Maximilian genannte Krankenhaus stiftete und einigeJahre hindurch unterhielt, bis es, hinreichend fundirt, indas Hospitalgebäude in der Neustadt verlegt und der Armen-verwaltung übergeben wurde. Im Jahre 1821 beging dieBürgersodalität ihr zweihundertjähriges Jubiläum durch eineachttägige Pestfeier, welche ihren Glanzpunkt am 15. August,dem Titularfest der Bruderschaft, erreichte. Es war dieseszugleich eine Gnadenzeit für Düsseldorf und die Umgegend;denn ungefähr vierzigtausend Christgläubige gingen in diesenacht Tagen zu den h. Sakramenten, und an zweihundertneue Mitglieder meldeten sich zur Aufnahme in die Con-gregation. Zum Andenken an dieses Jubiläum wird seitdemin der Andreaskirche die dreitägige, feierliche Andacht amFeste Maria Himmelfahrt gehalten. Im Jahre 1836 wurdedas zweihundertjährige Jubelfest der Junggesellen-Sodahtätin ähnlicher Weise begangen. Dieser Sodaütät hat P. Schultensiebenundvierzig Jahre lang als Präses vorgestanden, währendder dritte jener ehrwürdigen Männer, P. Heinr. Wüsten,die Ursula-Gesellschaft bis zu seinem Tode leitete. Durchdas aufopferungsvolle, ausschliesslich der Ehre Gottes unddem Heile der Seelen gewidmete Wirken dieser und andererMänner aus der alten Schule wurde in der eigentlichenBürgerschaft Düsseldorfs ein Kern von Religiosität erhaltenund gepflegt, der die Stürme der Zeit überdauerte.
Unterdessen kam es durch die Verhandlungen derpreussischen Regierung mit dem römischenStuhle zu geordneten, kirchlichen Verhältnissen in der KölnerErzdiöcese, und von der Metropole aus wurde dann auchdie Düsseldorfer Kirche wieder mit neuen, geistlichen Kräftenversehen. Schon vor dem Jahre 1830 hatte man sich mitdem Gedanken getragen, die Andreaskirche zur drittenPfarrkirche der Stadt zu erheben. Unter Erzbischof Ferdi-nand August kam es 1833 bereits zur Abgrenzung des Pfarr-bezirkes; die Ausführung des Planes scheiterte aber amGeldpunkte. Durch königl. Cabinetsordre vom 9. Januar1836 wurde die Pensionssumme der letzten vier Geistlichenaus der Congregation zum h. Andreas als bleibende, jähr-liche Rente zur Dotirung der Pfarre bestimmt. Ferner wurdedurch Cabinetsordre vom 5. Dez. 1840 ein jährlicher Beitragvon 600 Thlr. aus der Staatskasse angewiesen. Die kanonischeErrichtung der Pfarre erfolgte im Jahre 1842 durch denCoadjutor, Erzbischof Johannes von Geissei. 1 ) — In dem
9 *) Pfarrer: Franz Grünmoyer, 1842—1871; Suidb. Ambr. Aug.Nottebaum, seit 1871.