Geschichte der katholischen Gemeinde. Düsseldorfs.
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Kriege durfte man, zumal die fürstliche Kasse durch andereAusgaben sehr in Anspruch genommen war, an eine Wieder-herstellung gar nicht denken. Man musste sich damit be-gnügen, den Schaden durch Uebertünchung und einfacheVerglasung nothdürftig auszubessern. Die den Kirchhofnach der Rheinseite hin abgrenzende Mauer war nieder-geworfen, während der zwischen ihr und der Kirche gelegeneCalvarienberg merkwürdiger Weise gar keinen Schadengenommen hatte, obwohl die stützenden Eisenstangen hinterden drei Kreuzen von der Gewalt des Stosses verbogenwaren.
Durch die von den Jesuiten in's Leben gerufenen Con-gregationen war die Möglichkeit geschaffen, auf den männ-lichen Theil der Bevölkerung eine erfolgreiche religiöse Ein-wirkung auszuüben. Für die Frauen und Jungfrauen ent-stand eine ähnliche Vereinigung in der sogenannten Ursula-Gesellschaft, welche ebenfalls, und zwar bis heute,ihren Sitz in der Andreaskirche hat. Im Jahre 1627 tratenaus Anlass der Pest die Wittwe Marg. Heistermanns,geb. Steinhausen, und zehn andere Frauen und Jungfrauenzusammen und verpflichteten sich zu gewissen Andachts-übungen, zur Unterstützung der Armen und zur Pflege derPestkranken. Diese Vereinigung, welcher bald hochfürst-liche und andere angesehene Damen beitraten, erhielt 1652die päpstliche Bestätigung als kirchliche Bruderschaft.
Obschon die Zugehörigkeit der Herzogthümer Jülichund Berg zum Hause Pfalz-Neuburg noch nicht entgültiggesichert war, verhandelte Wolfgang Wilhelm doch schonmit dem erzbischöflichen Stuhle zu Köln behufs Regulirungder kirchlichen Verhältnisse im Bergischen. In Folge dessenwurden 1621 durch die sogenannte Provisional-Transactionzwischen Erzbischof Ferdinand von Köln und WolfgangWilhelm die rechtsrheinischen Pfarren der Neusser Dekanievon dieser abgetrennt und zum Dekanate Düsseldorf ver-einigt. 1 )
Zu den in Düsseldorf bereits vorhandenen Ordens-niederlassungen der Kreuzherren, Kapuziner und Jesuitenkamen in der Folge sowohl unter Wolfgang Wilhelm, alsauch unter seinem Sohne Philipp Wilhelm 1652—1690noch mehrere andere Klöster hinzu. Am 15. Oktober 1638Hessen sich die Coelestinerinnen von Köln in Düssel-dorf nieder und kauften 1642, vom Herzog und von derStadt unterstützt, ein Haus in der Ratingerstrasse. ZumKlosterbau kamen sie erst 1688 und vollendeten denselben
x ) Binterim u. Mooren, Alte Erzdiöcese Köln I, 208.