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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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84 Geschickte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.

gung". Im Jahre 1633 hatte die Bürgersodalität zum erstenMal eine Charfreitagsprozession zu den Hauptkirchen derStadt veranstaltet, welche seitdem jährlich, jetzt von derMaxkirche aus, gehalten wird.

Bereits im Jahre 1621 hatte der Herzog den Jesuitenein eigenes Haus gekauft, welches sie am 29. November,dem Tage des h. Andreas, bezogen. Dazu fügte er 1622noch die Schenkung zweier anderer Häuser und einer SummeGeldes zum Bau der Kirche. Am 5. Juli wurde unter grossenFeierlichkeiten der Grundstein der Kirche gelegt und durchden Kölner Weihbischof Otto Gereon benedicirt. Nachsiebenjähriger Bauthätigkeit konnte 1629, wiederum am29. November, der erste Gottesdienst in dieser nach demApostel Andreas benannten Kirche gehalten werden. Die-selbe erfreute sich auch ferner der besonderen Gunst desHofes und trat nach und nach zu den Pfalz-NeuburgischenFürsten in ein ähnliches Verhältniss, wie dasjenige, in welchemdie Stiftskirche zu den alten, bergischen Herzögen gestandenhatte. In Folge dessen erhielt sie auch den Namen der Hof-kirche. Herzogin Magdalena, die treue Gehülfin ihres Ge-mahls bei dem Werke der Wiederherstellung des Katho-licismus, hatte die Vollendung dieser Kirche nicht mehrerlebt; sie war schon 1628 zu Neuburg a. d. Donau gestorbenund in der dortigen Jesuitenkirche beigesetzt worden. Wolf-gang Wilhelm's zweite Gemahlin, die Pfalzgräfin KatharinaCharlotte von Zweibrücken, gehörte dem reformirten Be-kenntniss an. Um so mehr liess sich aber die Gemahlin desErbherzogs, Anna Katharina Constantia, die Ausstattungder Jesuitenkirche angelegen sein; ihr verdankt dieselbe diemeisten Reliquien, welche sie besitzt, besonders die des h. An-dreas sammt der dazu gehörenden silbernen Büste. HerzogWolfgang Wilhelm erbaute hinter dem Chor der Kirche dasfürstliche Mausoleum, in welchem die Erbherzogin nachihrem 1651 plötzlich erfolgten Tode als erste ihre Ruhe-stätte fand.

Die Stiftskirche, obwohl die Hauptkirche der Stadt,wurde doch durch die der neuen Andreaskirche zu Theilwerdende Bevorzugung thatsächlich etwas in den Hinter-grund gerückt. Dazu kam noch ein äusserer Unfall, vonwelchem sie im Jahre 1634 betroffen ward. Am 10. Augustdieses Jahres flog das am Rhein auf der Ecke der jetzigenRitterstrasse gelegene Pulvermagazin mit 300 CentnernPulver in die Luft und richtete ringsumher grosse Ver-wüstungen an. Die bunten Glasgemälde der Stiftskirche,sowie ihre innern Wandgemälde waren gänzlich zerstört,und bei der Noth der Zeiten mitten im dreissigjährigen