Geschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.
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sowie 1641 und 1649 das Klostergebäude erweitert, alles aufKosten des Herzogs.
Fast gleichzeitig mit der Berufung der Kapuzinererfolgte auch die der Jesuiten. Wolfgang Wilhelmwandte sich 1618 an den Provinzial der Jesuiten in Köln;1619 trafen die ersten Patres, Bernhard Buchholz undGerhard Lippius, mit einem Laienbruder in Düsseldorf ein. 1 )Gegen die Errichtung eines Jesuitenklosters wurden vondrei Seiten Einwendungen erhoben, nämlich von Seiten derstädtischen Behörden, von Seiten der Vorstände der pro-testantischen Gemeinden und von Seiten der in Düsseldorfansässigen Kreuzbrüder. Ueberhaupt war man anfangs fürdie Jesuiten nicht sehr eingenommen; es kostete ihnen sogarMühe, die Erlaubniss zu kirchlichen Verrichtungen zu er-halten. Indessen liess sich Wolfgang Wilhelm durch solcheSchwierigkeiten nicht beirren; noch in demselben Jahretrat er, wie einst Herzog Wilhelm, seinen Unterthanen zumVorbilde in die von den Jesuiten gestiftete Congregationfür Herren und Gelehrte, das sogenannte Pactum Marianum,ein; 2 ) viele angesehene Personen geistlichen und weltlichenStandes folgten dem fürstlichen Beispiel. Im folgendenJahre 1620 wurde die Sodalität der studirenden Jugendunter dem Titel „Maria, Königin der Engel" errichtet;am 1. November desselben Jahres, nach anderer Angabeam 14. August 1621, übernahmen die Jesuiten auch dieLeitung des Seminarium reipublicae; später, im Jahre 1629errichteten sie dazu aus freiwilligen Beiträgen ein Convictfür die studirenden Jünglinge, genannt Salvatorium. GegenEnde 1620 befanden sich bereits dreizehn Jesuiten in Düssel-dorf; dieselben pflegten regelmässig an zwei Stellen in derStadt die Religionslehre öffentlich vorzutragen, wodurchsie die im Glauben Wankenden befestigten und Manche,die sich von der alten Kirche abgewandt hatten, wiederzurückführten. Als Frucht dieser Wirksamkeit entstand imJahre 1621 die Bürgersodalität unter dem Titel „MariaHimmelfahrt", deren erster Präfect der BürgermeisterWilhelm Laufs war. Sie umfasste verheirathete und ledigeMitglieder; erst 1636 trennten sich letztere ab und gründetendie Junggesellen-Sodalität unter dem Titel „Maria Reini-
*) Die Nachrichten über die erste Niederlassung der Jesuitenschwanken zwischen 1617 und 1620. Die meiste Wahrscheinlichkeitbesitzt die im Texte enthaltene Angabe. S. Bayerlo 127. Tönnies 18.
2 ) Das Pactum Marianum hat sich, allerdings in verkümmerterForm, bis heute erhalten; gegenwärtig besteht es nur noch als Ver-einigung von Geistlichen zum Zwecke der Fürbitte für die abgeschie-denen Mitglieder.