82 Oeschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.
fürsten eine Theilung der Herzogthümer zu Xanten ver-abredet worden. Danach sollte Pfalz-Neuburg Jülich undBerg, Kurbrandenburg Cleve und Mark erhalten, währendRavensberg einstweilen noch im gemeinsamen Besitze ver-blieb. Obwohl dieser Vertrag nicht ratificirt wurde, konnteman doch mit grosser Wahrscheinlichkeit annehmen, dassspäter nichts Wesentliches mehr daran geändert werdenwürde. Da also der Besitz von Düsseldorf gesichert erschien,gab sich Wolfgang Wilhelm bald an die Aufgabe, der religiösenZwitterstellung, worin die Stadt bis dahin mehr oder wenigersich befunden hatte, ein Ende zu machen und die alte katho-lische Religion in ihrer Reinheit wieder herzustellen. Ersah aber wohl ein, dass dieses Ziel durch äussere Massregelnnicht erreicht werden könne, sondern dass es dazu einerErneuerung des Geistes und also der Heranziehung frischer,geistiger Kräfte bedürfe. Deshalb berief er die Jesuitenund die Kapuziner nach Düsseldorf. Diese beiden Ordenwaren beinahe gleichzeitig in's Leben getreten, ersterer 1540,letzterer 1528 durch Abzweigung aus dem Franziskaner-orden; beide standen also damals in ihrer Jugendfrische;sie verfügten über die besten Kräfte und ergänzten sichdabei gegenseitig in ihrer Wirksamkeit, insofern nämlich dieJesuiten in erster Linie auf die vornehmem und gebildetenStände einwirkten, während die Kapuziner eine mehr volks-thümliche Thätigkeit entfalteten. Sonach durfte also Wolf-gang Wilhelm von der Berufung gerade dieser beiden Ordenam ehesten eine Erneuerung des kirchlichen Lebens inDüsseldorf erwarten.
Die ersten Kapuziner kamen, gesandt vom päpst-lichen Nuntius Anton Albergato, am 24. November 1617in Düsseldorf an. Der Herzog kaufte ihnen in der Flinger-strasse einen Platz für die Kirche; am 29. Juni 1621 fanddie Grundsteinlegung und am 25. Februar 1624 die Ein-weihung statt; mit Rücksicht auf die Herzogin Magdalena,die besondere Beförderin des Werkes, wurde die neue Kircheder h. Magdalena geweiht. Im Jahre 1623 war ein Hauszum Kloster bau angekauft worden; 1639 wurde neben derKirche eine Todtenkapelle angelegt und in demselben Jahre,
nun auch ohne Weiteres auf politische Beweggründe zurückzuführen.Er selbst gibt als Grund seines Uebertrittes an die Ueberzeugung vonder Wahrheit der katholischen Religion, welche er aus dem Buchedes Canisius „Summa doctrinae christianae" geschöpft habe. Vgl.A. Räss, Convertiten seit der Reformation IV, 223, wo auch ange-geben ist, dass Wolf gang Wilhelm bereits am 14. Juli 1613 vor seinerEheschliessung zu München convertirt, seine Conversion aber erst zuDüsseldorf am 25. Mai 1614 bekannt gemacht habe.
.. . ■■ ■'.■...