Geschickte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.
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gefallen waren. Zu den allgemeinen Ursachen, welche damalsallenthalben das Vordringen der neuen Lehren begünstigten,kam eben für Düsseldorf noch der besondere Umstandhinzu, dass die protestantisirende Befoim von oben herabins Werk gesetzt wurde. Der Einfluss des herzoglichenHofes auf die Bewohner der Stadt Düsseldorf, die ja ihrenFürsten Alles verdankte, war überhaupt sehr gross, und diereligiöse Seite machte in dieser Hinsicht erst recht keineAusnahme. Als Erbauer der Gotteshäuser, als traditionelleBeschützer und Beförderer der Beligion, als Gründer undPatronatsherren der meisten geistlichen Stellen übten diebergischen Herzöge auch in kirchlichen Dingen einen be-herrschenden Einfluss aus. Sodann gewährte, wie wir bereitsgesehen haben, die Art und Weise, in welcher staatlicherseitsreformirt wurde, dem Eindringen der neuen Lehren be-deutenden Vorschub. Ohne förmlichen Bruch mit der altenKirche, vor welchem doch wohl Mancher zurückgeschrecktwäre, wurden die Geister allmählich mit protestantischenIdeen und Anschauungen erfüllt. Das Meiste in dieser Hin-sicht hat die Monheim'sche Schule geleistet während derdreissig Jahre, wo „nach reformatorischen Grundsätzen"daselbst gelehrt wurde. Man wird wohl nicht fehlgehen mitder Annahme, dass in Folge dessen ein grosser Theii derGebildeten des bergischen Landes protestantisch dachteund fühlte.
Um in diesen Verhältnissen Wandel zu schaffen, be-durfte es eines mächtigen, dabei festen und zielbewusstenWillens und grosser Umsicht in der Wahl der Mittel. Beidesfand sich vereinigt in der Person des Herzogs Wolf gangWilhelm, 1614—1652. Unmittelbar vor seinem Ueber-tritt zum Katholicismus 1 ) war zwischen ihm und dem Kur-
*) Dieser Schritt Wolfgang Wilhelm's ist vielfach politischenBeweggründen zugeschrieben worden. Wolfgang Wilhelm hatte1613 die bayerische Prinzessin Magdalena geheirathet und wardadurch den katholischen Höfen von München und Wien nähergetreten. Der brandenburgische Kurfürst, welcher alle Schritteseines Mitbewerbers scharf im Auge behielt, unterliess nicht, diereformirten holländischen Generalstaaten hiervon in Kenntnis zusetzen, um diese dadurch von einer etwa beabsichtigten Unter-stützung des Neuburgers abzuhalten. Als Letzterer nun katholischgeworden war, suchte und fand er natürlich die Unterstützung derkatholischen Mächte, insbesondere der Spanier in Belgien, welcheihm den Spinola mit einem Heere zu Hülfe sandten, um die nochnicht unterworfenen Orte der Herzogthümer Jülich und Berg zu er-obern. Darauf trat der Kurfürst vom luthersischen zum reformirtenBekenntniss über und erhielt dadurch um so eher die Unterstützungder reformirten Generalstaaten. So ist allerdings die Politik durchden beiderseitigen Religionswechsel beeinflusst worden; dies berech-tigt aber noch keineswegs dazu, den Uobertritt Wolfgang Wilhelm's
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