80 Geschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.
gebrauchten Monheim'schen Katechismus wurde 1579 einkaiserliches Verbot erwirkt und an seiner Stelle der Katechis-mus von Canisius eingeführt.
Unter dem letzten Herzog aus dem clevischen Hause,Johann Wilhelm, 1592—1609, der schon beim Regierungs-antritt schwachsinnig war, trat in den religiösen Verhält-nissen keine Aenderung ein. Mit seinem Tode begann derJülich'sche Erbfolgestreit. Die beiden Hauptprätendentenwaren Johann Sigismund, Kurfürst von Brandenburg,Schwiegersohn der bereits verstorbenen ältesten, und Wolf-gang Wilhelm von Pfalz-Neuburg an der Donau, Sohn dernoch lebenden zweiten Schwester des letzten Herzogs vonJülich-Cleve-Berg. Beide gehörten dem lutherischen Be-kenntnisse an; es eröffnete sich also für die katholischenBewohner der drei Herzogthümer die in der damaligen Zeitwenig erfreuliche Aussicht, Unterthanen eines anders-gläubigen Herrschers zu werden. Die beiden Prätendenteneinigten sich dahin, die Herzogthümer einstweilen gemein-schaftlich in Besitz zu nehmen. Düsseldorf wurde von denSoldaten des Pfalz-Neuburgers besetzt, und es folgten nunvon 1609 bis 1614 für den Katholicismus daselbst schlimmeTage. Die öffentliche Ausübung der katholischen Religionausserhalb der Kirchen war untersagt und ein Gegenstanddes Gespöttes; ja, es kam so weit, dass es für schimpflichgalt, katholisch zu sein. 1 ) Zum Glück stand damals dertüchtige und hochverdiente Dechant Wilhelm Bont an derSpitze des Kapitels und der Pfarrgemeinde. Ihr Ende er-reichte diese Bedrückung des Katholicismus durch die am25. Mai 1614 erfolgte Rückkehr Wolfgang Wilhelms zurkatholischen Kirche. Zugleich datirt von diesem Zeitpunktean die entschiedene und vollständige Wiederherstellung derkatholischen Religion in Düsseldorf.
Es lässt sich nicht leugnen, dass während der nun ab-gelaufenen Periode der religiösen Wirren, also etwa von1527 bis 1614, die protestantischen Ideen bei der Bewohner-schaft Düsseldorfs auf einen nicht ganz unfruchtbaren Boden
*) In dieser Zeit war es, wo die Hammer und Bilker durch ihrEingreifen den Auszug der Frohnleichnamsprocession herbeiführten.Dieselben pflegten sich alljährlich bei der Düsseldorfer Processionanzuschliessen. Als sie nun merkten, dass Dechant und Kapitelzu ängstlich seien, um die Procession ausziehen zu lassen, bildetensie gegen Ende des Hochamtes ohne Weiteres ihre Reihen und er-öffneten den Zug. Die hierdurch ermuthigten Düsseldorfer, Geist-lichkeit und Volk, schlössen sich an, während die durch das uner-wartete dieses Vorgehens überraschten Beamten und Soldaten desNeuburgers nicht zeitig genug darüber schlüssig wurden, was siethun sollten. So wurde die Procession ungestört zu Ende geführt.Bayerle S. 55.