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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.

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Düren es unternehmen, während einer Krankheit des Dechan-ten sogar in der Stiftskirche den bisherigen Gottesdienstabzustellen und dafür deutschen Psalmengesang und dieCommunion unter beiden Gestalten einzuführen. Düsseldorfwar also auf dem besten Wege, thatsächlich protestantischzu werden, wozu dann der vom Herzog und von Heresbachbegünstigte Erasmianismus die Brücke gebildet habenwürde. Da trat mit dem Jahre 1570 ein Umschwung ein;der Tod des Aegidius Mommer und der Abgang Heresbachsverschafften den katholisch gesinnten Räthen das Ueber-gewicht; das herzogliche Reformwerk gerieth in's Stocken,und der bis dahin gehemmte und gebundene Widerstanddes Katholicismus konnte sich nunmehr Geltung verschaffen.

Die nächste Folge dieses Umschwunges zeigte sichdarin, dass die bisherige Unklarheit aufhörte und man sichjetzt für oder gegen entscheiden musste. Die Zahl der An-hänger des Protestantismus, deren es, wie oben bemerkt,vielleicht schon seit 1527 in Düsseldorf gab, hatte inzwischenso zugenommen, dass nach 1570 sofort schon eine eigeneprotestantisch-reformirte Gemeinde entstand. Ausserdemgab es aber auch noch Viele, die, ohne gerade zum Pro-testantismus überzugeben, doch an den bisher eingeführtenNeuerungen im Gottesdienst, namentlich am Laienkelch,festhalten wollten und daher der vollständigen Wieder-herstellung des alten Gottesdienstes Schwierigkeiten be-reiteten. Andererseits Hess der katholische Klerus, vorander Dechant Peter Flüggen, sich diese Wiederherstellungsehr angelegen sein, ebenso, wie auch die Wiedergewinnungder zur neuen Lehre Uebergetretenen und ihre Zurück-führung in den Schooss der katholischen Kirche. 1 ) DieSchwierigkeiten, welche die Zeitverhältnisse für die Seel-sorge mit sich brachten, hatten schon 1542 das Bedürfnissfühlbar gemacht, dem Dechanten in seiner Eigenschaft alsPfarrer Gehülfen zur Seite zu geben, und so wurden damalsein Canonikus und 1574 einer der Vikare als Hülfsseelsorgerbestellt. Gegen den im Seminarium reipublicae noch immer

wiederholte. Seitdem bliob er in einemangefochtenen, beschwer-liehen standt der gesundheit", halb gelähmt und oft geistig gestört.Auf der Rückreise hielt er sich in Stuttgart auf und wurde hier von demHerzog Christoph und von dessen Hofprediger Johannes Brenz eifrigden Ideen des Protestantismus näher geführt. Die Kirchenordnungvon 1567 war von Brenz vorher durchgesehen. Vgl. C. Binz. DoctorJohann Weyer, ein rheinischer Arzt, der erste Bekämpfer des Hexen-wahns (Leibarzt Wilhelms III.). Bonn, 1885, S. 156.

x ) Im Jahre 1578 erhielt der Dechant Peter Flüggen auf seinErsuchen von Rom die Fakultät, Protestanten wieder in die Kircheaufzunehmen, s. Bayerle, S. 245.