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Geschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.
bis zur Gründung einer Landesuniversität die Geistlichenund Juristen des Landes ausser der allgemein wissenschaft-lichen Vorbildung auch ihre specielle Fachbildung erhalten.Nur Wenige besuchten auswärtige Universitäten und wurdendann später gewöhnlich im höheren Staats- und Kirchen-dienst verwendet. Es war also offenbar ausserordentlichviel daran gelegen, in welchem Geiste das Seminariumreipublicae geleitet wurde. Als Rektor berief man an dieAnstalt den Magister Johannes Monheim von Köln, einenVerehrer des Erasmus, der aber in der Entwicklung seinerreligiösen Ideen über Erasmus hinausging und schliesslichauf dem protestantischen Standpunkte anlangte. Währendseine 1551 erschienene „Erklärung des apostolischen Glaubens-bekenntnisses und der zehn Gebote" sich damit begnügte,die katholische Kirchenlehre im Sinne des Erasmus in eineretwas verflüchtigenden Weise darzustellen, enthielt der1560 lateinisch herausgegebene „Katechismus" bereits voll-ständig die Lehre Luthers, allerdings in einer vorsichtigen,von Angriffen auf die katholische Lehre absehenden Form.Das Seminarium reipublicae war also unter Monheims Leitung„zwar äusserlich keine der evangelischen Kirche angehörigeAnstalt; es wurde aber doch nach reformatorischen Grund-sätzen daselbst gelehrt." 1 )
Weder die Vorstellungen des Nuntius 1561, noch auchdie 1559 erfolgten kaiserlichen Mahnungen vermochten denHerzog von dem einmal betretenen Wege abzubringen;er gerieth immer mehr in Abhängigkeit von seinen pro-testantischen oder doch reformgesinnten Räthen, unterdenen neben Heresbach besonders Aegidius Mommer zunennen ist. In den Jahren 1562, 1566 und 1567 wurdendurch vom Herzog eingesetzte Commissionen neue Kirchen-ordnungen ausgearbeitet, welche nach des Herzoges Willeneine „nützliche, heilsame, fromme und heilige Reformationenthalten sollten, wie sie für die Kirchen seiner Länderpassend und hinreichend wäre." 2 ) Es wurden aber nur diefrüheren, den katholischen Cultus einschränkenden Be-stimmungen erneuert, dagegen die „Predigt des Evangeliumsim Sinne des Erasmus" freigegeben. Letzteres war dieschützende Flagge für das Eindringen der neuen Lehren;der Widerstand des Herzogs gegen dieselben erlahmte indemselben Masse, in welchem seine geistige und körperlicheSchwäche zunahm. 3 ) So konnte 1567 der Prediger Leo von
1 ) Tönnies, Die Fakultätsstudien zu Düsseldorf, I. Thl. S. 14 f.
2 ) Bros. Annal. III, 74.
3 ) Herzog Wilhelm erlitt zuerst 1566 auf der Reise nach Augs-burg zum Reichstag einen Schlaganfall, der sich dort einige Male