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Geschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.
Anfangs übernahm für ihn seine Mutter, die Gräfin Mar-garetha, die vormundschaftliche Regierung. Mit grosserFreigebigkeit sorgte sie für die Kirchen des Landes und fanddarin einige Erleichterung in ihrer Betrübniss über denvorzeitigen Tod ihres im Turnier gefallenen Gatten. Diefromme Gesinnung der Mutter war auch auf den Sohn über-gegangen; dieser aber verband mit der Bethätigung der-selben zugleich den äusseren Zweck, der nach Düsseldorfverlegten, nunmehr herzoglichen Hofhaltung durch reicheAusstattung der Kirche und einen zahlreichen Klerus ebenso,wie durch die Vergrösserung der Stadt und ihrer Befesti-gungen, einen höhern Glanz zu verleihen. In den Jahren1370 bis 1394 baute er die Stiftskirche zu einer dreischiffigenHallenkirche um, wodurch dieselbe ihre gegenwärtige Gestalterhielt. Im Innern war sie mit Wandmalereien und buntenGlasfenstern geschmückt. Die Einweihung geschah am12. Juli 1394. Als Titulare der Kirche werden neben derallerseligsten Jungfrau die Heiligen Thomas, Lambertus,Apollinaris, Severin und Anno aufgeführt. Bereits am1. März 1392 hatte Herzog Wilhelm zu den vorhandenenacht Kanonikalpfründen einschliesslich der Dechantei vier-zehn neue gestiftet, nämlich die Propstei, Scholasterie,Thesaurarie, Cantorie und zehn Kanonikalpräbenden. Ineiner zweiten Ausfertigung der Urkunden im Juli 1392wird die Zahl der neuen Präbenden auf fünfzehn erhöht,und zu den vorhandenen zwei Vikarieen werden noch zwölfneue hinzugefügt, darunter die beiden noch jetzt bestehendenVikarieen vom h. Kreuz und vom h. Petrus. 1 ) Zwar sinddiese Bestimmungen thatsäcblich niemals ganz zur Aus-führung gekommen; aber donnoch zählte man 1394 schonvierzig Geistliche bei der Düsseldorfer Stiftskirche. Diesegrosse Zahl der Kleriker machte die Errichtung von zwölfneuen Altären in der Kirche nothwendig; überhaupt sorgteder Herzog auch für die innere Ausstattung des Gottes-hauses in würdiger Weise; jetzt noch zeugen von seinerFreigebigkeit vier grosse Messingleuchter auf dem Choreder Kirche, welche ursprünglich für das durch Wilhelm I.in der Stiftskirche hergerichtete fürstliche Grabgewölbebestimmt waren. Letztere Massregel, die Anlegung einesMausoleums für die herzogliche Familie unterhalb der Stifts-kirche, liefert allein schon den Beweis, dass Herzog Wilhelmdiese Kirche als seine und seines Hauses Kirche betrachtete.Bis dahin waren nämlich die bergischen Grafen regelmässig
*) S. die Bestätigungsurkunde Bonifaz* IX. in Brosii Annal.II, 36. Bayerle S. 239. Lacomblet, Archiv für die Geschichte desNiederrheins IV, 107.