Oeschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.
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Vikarieen hinzukamen, am Anfang des 14. Jahrhundertsdurch zehn Geistliche bedient. Die Stadt Düsseldorf selbsthatte damals noch einen sehr kleinen Umfang. Sie um-fasste ausser dem alten Schloss und der Stiftskirche nur dieStrasse, genannt Altestadt, mit den beiden NebenstrassenLiefergasse und Krämergasse. Im Aussenbezirk lagen zwarnoch einige Güter, welche den Herren von Flingern, vonPempelfort, von Loe und von Eller gehörten. 1 ) Jedenfallswar aber die Zahl der Bevölkerung noch so gering, dass derDechant des Stiftes die seelsorgliche Arbeit allein bewältigenkonnte.
An der Ostseite der Altestadt führte das Liebfrauen-thor in's Freie, d. h. dahin, wo jetzt die Ratingerstrasseanfängt. Der Hinaustretende erblickte zur Linken ein altesMuttergotteskapellchen, welchem das Thor seinen Namenverdankte. 2 ) Dasselbe enthielt ein viel verehrtes Bild „unserlieven vrauwen vam Hemelryke." Hierher kamen vonAlters her aus ganz Rheinland und Westfalen und vomOberrhein bis zur Schweiz hinauf zahlreiche Pilgerzüge,sodass Düsseldorf durch dieses Bild ein berühmter Wall-fahrtsort geworden war. Die Herren von Eller als Grund-herren des Bodens, auf welchem die Kapelle stand, bautenneben dieselbe ein Hospital zur h. Anna, welches für dieAufnahme von Pilgern, Kranken und Armen bestimmt war.Auch eine „Vurstat" war allmählich neben der Liebfrauen-kapelle entstanden. Bis zur Mitte des 14. Jahrhundertshatten die Pilgerzüge ihre höchste Blüthe erreicht. Umdiese Zeit begann man, über der Liebfrauenkapelle die jetztnoch stehende, zweischiffige Kirche zu erbauen, welche biszum Jahre 1399 vollendet war. Sie führte den Titel „Unsrerlieben Frauen vor der Porze", wurde aber später gewöhnlichKreuzherrenkirche genannt. Zwei Priester waren an der-selben zur Besorgung des Gottesdienstes angestellt. 3 )
Mittlerweile hatte auch die Stiftskirche eine bedeutendeVergrösserung und Verschönerung erfahren. Sie verdanktedieselbe dem Grafen Wilhelm IL, 1360—1408, welcher,1380 durch den Kaiser zur herzoglichen Würde erhoben,von da an den Titel W i 1 h e 1 m L, Herzog von Berg, führte.
*) S. Lacomblet, Archiv für die Geschichte des Niederrheins..Düsseid. 1863, Bd. IV S. 29. 99 ff.
2 ) Nach der erzbischöflichen Stiftungsurkunde des Kreuzherren-Hosters vom Jalrre 1446 wäre genannte Kapelle spätestens vor 950erbaut worden; denn es heisst dort, in derselben werde das Bild derseligsten Jungfrau schon seit 500 Jahren verehrt.
3 ) S. Strauven, die fürstlichen Mausoleen Düsseldorfs, Düssel-dorf 1879. S. 11 ff.
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