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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der katholischen Gemeinde Düsseldorfs.

Belbst, oder von einem seiner Nachfolger errichtet wurde. 1 )Um diese Kirche herum baute sich allmählich ein Dörfchenan, der Anfang des heutigen Düsseldorf. Im Jahre 1206wurde dasselbe von Bilk abgetrennt und zu einer eigenenPfarre erhoben, welche ausser Düsseldorf auch das Gebietder späteren Pfarre Derendorf umfasste. Titular der Pfarr-kirche war der h. Lambertus.

Einen weiteren Aufschwung, wie in der communalen,so auch in der kirchlichen Entwickelung Düsseldorfs brachtedas Jahr 1288. Nachdem Graf Adolph VI. von Bergam 5. Juni dieses Jahres seinen Gegner, den Kölner Erz-bischof Siegfrid von Westerburg, in der Worringer Schlachtbesiegt und gefangen genommen hatte, beschloss er in Aus-führung eines lange gehegten Planes, einen befestigten Platzam Rheine anzulegen. Hierzu wurde Düsseldorf ausersehenund zum Range einer Stadt erhoben. Hand in Hand damitging die bauliche Erweiterung der bisherigen Pfarrkircheund ihre Umwandlung in eine Collegiat- oder Stifts-kirche. Erstere vollzog sich in der Weise, dass durchVerlängerung der Seitenmauern des bisherigen Baues, derals Chor stehen blieb, eine einschiffige Kirche mit einemThurm an der Westseite hergestellt wurde, welche ungefährden Flächenraum des heutigen, innern Chores und Schiffesder Lambertikirche einnahm. Zur Errichtung eines Collegiat-stiftes gab Papst Nikolaus IV. durch Breve vom 9. Sept.1288 seine Zustimmung und beauftragte damit den Abtvon Siegburg, da der Erzbischof von Köln sich in Gefangen-schaft befand. 2 ) Als Stiftskirche erhielt die bisherige Lam-bertuskirche den Titel Mariä-Himmelfahrts-Kirche (B. M. V.assumtae). Das Stift zählte anfangs nur vier Kanoniker,den Dechanten miteinbegriffen, welcher zugleich Pfarrerder Gemeinde war. Unter dem folgenden Grafen Wilhelm I.stifteten die Herren von Eller noch zwei Kanonikate, denenGraf Adolph VII. zwei weitere hinzufügte. Diese Stiftungenwurden, erstere durch Clemens V. am 9. Juli 1305, letzteredurch Erzbischof Heinrich von Virneburg am 24. März1310 bestätigt. 3 ) Sonach war die Stiftskirche, da noch zwei

x ) Bayerle, die kath. Kirchen Düsseldorfs.*eld. 1844, S. 1 ff.berichtet nacheinem alten Manuscripte", dass an genanntem Ortezuerst eine Marienkapelle gestanden habe, deren Fundamente nach-her unter dem innern Chor der Lambertikirche aufgedeckt wordenseien, und dass man dannspäterhin" an Stelle jener Marienkapelleeine Barche zu Ehren der hh. Lambertus, Severin und Anno erbauthabe, von welcher das jetzige Pfeilerwerk des innern Chores derLambertikirche noch herrühren soll.

2 ) S. Brosii Annales Juliae Montiumque comitum tom. II, 24.Bayerle S. 233.

3 ) Bros. Annal. II, 27, 28. Bayerle 238.