Politische Geschichte Düsseldorfs.
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Schwägerin, die Herzogin von Orleans, Elisabeth Charlotte;gleichzeitig bemühte er sich, die Wahl seines ParteigängersWilhelm Egon von Fiirstenberg zum Erzbischof von Kölndurchzusetzen. Als dies an dem Widerstände des Kaisersund des Papstes scheiterte, fielen 1689 französische Truppenin die Rheinlande ein, und nun begann jener Krieg, inwelchem namentlich die Pfalz so grauenhaft verwüstetworden ist, dass man z. B. am Heidelberger Schlosse nochjetzt die Spuren jener Zerstörung sieht. Auch unser Landhatte schwer zu leiden; die Franzosen besetzten die damalsnoch zum Erzstift Köln gehörige Festung Kaiserswerth,drangen von Bonn aus nach Siegburg vor und brandschatztendie Umgegend. Erst mit Hülfe der Brandenburger gelanges, den Feind zu vertreiben. Im folgenden Jahre, 1690,starb der alte Philipp Wilhelm, und Johann Wilhelmwurde Kurfürst. So vollzog sich die Vereinigung vonJülich-Berg mit Kurpfalz, die über ein Jahrhundert langbestehen sollte.
Obwohl die niederrheinischen Gebiete dadurch einNebenland des Kurstaates wurden, so blieb doch auch nachwiederhergestelltem Frieden 1697 Düsseldorf die ResidenzJohann Wilhelms und der Sitz der Regierung, da die pfäl-zischen Lande durch den Krieg zu sehr erschöpft waren,um die Kosten einer prunkvollen Hofhaltung aufbringenzu können; eine solche aber hielt der Kurfürst für unerläss-lich zur Behauptung seiner Würde. Wie hoch seine politischenAbsichten sich verstiegen, bewies er 1697. Damals erschienin Düsseldorf ein armenischer Flüchtling, Israel Ory, undlegte ihm einen Plan zur Befreiung Armeniens von dertürkischen Herrschaft vor. Johann Wilhelm ging daraufein unter der Bedingung, dass die Armenier ihn selbst zumKönige wählten und zugleich zur römisch-katholischen Kircheüberträten. Mit den nöthigen Schreiben versehen, reisteOry nach Armenien, gewann mehrere angesehene Häupt-linge für den Plan und kehrte im September 1699 nachDüsseldorf zurück. Er schlug vor, dass ein aus pfälzischenund kaiserlichen Truppen bestehendes Corps durch Polenund Russland nach Armenien gesandt werden sollte, umsich dort mit den Streitkräften der Eingeborenen zu ver-einigen. Johann Wilhelm sandte ihn darauf nach Romzum Papste und von da nach Russland an Peter den Grossen,um von beiden Unterstützung zu erlangen. Die weitereVerfolgung des Entwurfs wurde jedoch durch den Ausbruchdes spanischen Erbfolgekrieges gestört. Der Kurfürst vonKöln, Joseph Clemens, war mit Ludwig XIV. verbündet;wieder rückten französische Truppen in das Erzstift ein,