Politische Geschichte Düsseldorfs.
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brandenburgischen Gegner weder politisch noch militärischgewachsen war; er suchte daher eine Verständigung. Sokam am 19. September 1666 zwischen beiden der Vertragvon Cleve zu Stande, der die Theilungsfrage endgültig ent-schied. Darnach behielt der Kurfürst Cleve, Mark undRavensberg, der Pfalzgraf Jülich und Berg; doch solltenbeide Fürsten Titel und Wappen der sämmtlichen Länderführen, die Länder überhaupt ein Ganzes bilden. Die Ent-scheidung über Ravenstein blieb besonderer Verständigungvorbehalten; sie erfolgte erst 1670, indem der Kurfürstdieses Gebiet dem Pfalzgrafen überliess mit der Bedingung,dass es nach dem Erlöschen des Hauses Neuburg an Branden-burg zurückfallen solle. Die kirchlichen Verhältnisse end-lich wurden durch einen 1672 geschlossenen Vertrag dahingeregelt, dass die Katholiken in dem brandenburgischen,die Protestanten in dem neuburgischen Theile freie Religions-übung erhielten und jeder Fürst das Schutzrecht über seinel öi Gebiete des andern wohnenden Glaubensgenossenausübte; alljährlich trat eine gemischte Commission zu-sammen, um die etwa vorgebrachten Beschwerden zuuntersuchen.
Nicht bloss Gründe der äusseren Politik hatten denPfalzgrafen nachgiebiger gegen Brandenburg gestimmt;auch nach innen, seinem eigenen Lande gegenüber, war seineStellung dadurch gesicherter geworden. Seit 1658 lag erui heftigem Streite mit den Ständen von Jülich und Berg.Diese hatten sich geweigert, die Kosten für den Unterhaltder von Philipp Wilhelm angeworbenen Truppen weiterZu zahlen, und verlangten Verringerung des Heeres, währendder Pfalzgraf dies nicht zugeben wollte. Jahr für Jahrwiederholten die Stände ihre Beschwerden; als dies nichtshalf, erhoben sie beim kaiserlichen Hofe Klage, und es warzu befürchten, dass sie schliesslich Hülfe bei dem Branden-burger suchen würden. Durch den Vertrag von 1666 wardiese Gefahr für Philipp Wilhelm beseitigt. Der Streit mitden Ständen selbst wurde endlich im Jahre 1672 durch einenVertrag, den sogenannten Hauptrecess, dem 1675 noch einnErläuterungsrecess" folgte, beigelegt.
Die Absicht, eine grosse Rolle in der europäischenPolitik zu spielen, hatte Philipp Wilhelm noch nicht auf-gegeben. Im Jahre 1668 bewarb er sich zum zweiten Malum die polnische Königskrone; aber obwohl Brandenburguin diesmal unterstützte, hatte er auch jetzt keinen Erfolg.Seitdem war er bemüht, sich durch Familienverbindungeneine angesehene Stellung zu verschaffen. Seine zweite Ehemit der zum Katholicismus übergetretenen hessischen Prin-