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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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40 Politische Geschichte Düsseldorfs.

widerstrebte und zu gewaltsamen Massregeln gegen Branden-burg drängte. Die Streitigkeiten waren noch nicht geschlich-tet, als der alte Pfalzgraf am 20. Mai 1653 starb und PhilippWilhelm den Thron bestieg. Philipp Wilhelm war vonJesuiten erzogen, daher noch eifriger katholisch als seinVater; dabei besass er Ehrgeiz und gefiel sich in grossenpolitischen Combinationen. Als der durch Cromwells sieg-reiche Waffen aus England vertriebene Stuart Karl IL imJahre 1654 seinen Wohnsitz in Köln nahm, lud PhilippWilhelm ihn zu einem Besuche in Düsseldorf ein und empfingihn dort (im October) mit königlichen Ehren. Der englischeMinister Clarendon, der seinen Herren auf der Flucht beglei-tete und in seinen Memoiren diesen Besuch in Düsseldorfnäher beschreibt, nennt den Pfalzgrafen einen der gebildetstenFürsten Deutschlands, einen Mann, der die feinen Umgangs-formen der Franzosen mit dem ernsten Wesen der Deutschenverbinde. An diesen Besuch knüpfte Philipp Wilhelm einenweitgreifenden Plan. Mit Hülfe des Papstes wollte er einengrossen Bund der katholischen Mächte zu Stande bringen,der mit vereinten Kräften die puritanische Republik in Eng-land stürzen und Karl II. auf den Thron zurückführensollte. Im Jahre 1655 sandte er den Jesuiten Anton nachRom, um diesen Entwurf dem Papste vorzulegen. DasProjekt erwies sich als unausführbar, da Spanien und Frank-reich, die noch im heftigsten Kriege mit einander lagen,sich nicht einigen Hessen. Eben so wenig Erfolg hatte PhilippWilhelm mit dem Bestreben, den Kaiser zu energischemVorgehen gegen Brandenburg zu veranlassen. Erbittertdarüber, wandte der Pfalzgraf sich ganz auf die Seite Frank-reichs und trat 1657 der von mehreren westdeutschen Fürstenunter französischem Schutze eingeleiteten Verbindung, welchespäter den Namenrheinische Allianz" erhielt, bei. Damalsmusste nach dem Tode Ferdinands III. ein neuer Kaisergewählt werden; die Verbündeten bemühten sich, die Wahlauf Philipp Wilhelm selbst oder auf den Kurfürsten vonBayern zu lenken. An dem Widerspruch Brandenburgs undSachsens scheiterte dieser Plan, und die Kaiserkrone bliebdem Hause Oesterreich erhalten. Ebenso fruchtlos bliebenPhilipp Wilhelms Bemühungen, sich zum Könige von Polenwählen zu lassen; auch hier trat ihm der Brandenburger,damals mit Polen gegen Schweden verbündet, in den Weg.Nur einen bleibenden Gewinn brachte dem Pfalzgrafendas französische Bündniss: in dem 1659 zwischen Frank-reich und Spanien geschlossenen pyrenäischen Frieden wurdebestimmt, dass die spanischen Truppen die noch von ihnenbesetzte Festung Jülich räumen und dem Landesherrn über-geben sollten. Philipp Wilhelm aber sah ein, dass er seinem