Druckschrift 
Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

Politische Geschichte Düsseldorfs.

39

diese Bewilligung für nichtig und klagten aufs Neuebeim Kaiser. Daraus entspann sich ein Prozess, dererst 1649 seine Entscheidung fand, nachdem der west-fälische Friede dem Lande die ersehnte äussere Ruhegebracht hatte.

Einen Conflict anderer Art verursachte die Kirchen-politik Wolfgang Wilhelms. Seit 1609 waren in den Herzog-thümern zahlreiche protestantische Gemeinden hervor-getreten und hatten es durchgesetzt, dass man ihnen dasRecht freier Religionsübung gewährte. Als nun der Pfalz-graf 1614 zur katholischen Kirche übertrat und damit dieHülfe Spaniens gewann, verlangten seine neuen Bundes-genossen, dass er den Protestantismus in seinen Gebietenunterdrücke. In der That wurden da, wo die Spanier hin-kamen, den Protestanten die Kirchen entzogen und ihrePrediger vertrieben. Wolfgang Wilhelm stimmte dem zu,da nach damaliger Anschauung die Confession des Landes-herrn für alle Unterthanen bindend war. Aber Brandenburgals Mitbesitzer des Landes nahm sich der bedrängten Evan-gelischen an; die holländischen Truppen übten Repressalienan den Katholiken der von ihnen besetzten Gebiete. Mehr-fache Verträge über diesen Punkt erwiesen sich unausführbar.Die Streitigkeiten dauerten auch nach dem Ende des Kriegesfort. Im Jahre 1651 Hess der grosse Kurfürst FriedrichWilhelm von Brandenburg, gereizt durch eine Verletzungdes zuletzt geschlossenen Vertrages, seine Truppen in Bergeinrücken; sie drangen bis Düsseldorf vor. Wolf gang Wilhelmrief dagegen lothringische Schaaren herbei, die ihrerseitsin die Grafschaft Mark einfielen. Unter kaiserlicher undholländischer Vermittelung kam dann ein neuer VertragZu Stande, der den Streit jedoch nicht zu endigenvermochte.

Im Uebrigen bethätigte Wolfgang Wilhelm seine katho-lische Gesinnung durch genaue Beobachtung der kirchlichenVorschriften und durch Einführung neuer Orden, darunterder Jesuiten, in seine Lande. Persönlich war er nicht unduld-sam; seine zweite Gemahlin, die protestantische KatharinaCharlotte von Zweibrücken, hat er gegen alle Bekehrungs-versuche geschützt. Ein hervorstechender Zug in seinemWesen ist die Vorliebe für italienische Bildung; er zog italie-nische Musiker und Architecten an seinen Hof und bedientesich selbst im Verkehr mit fremden Fürsten und Diplomatengerne der italienischen Sprache.

Die Ausführung des 1651 mit Brandenburg geschlossenenVertrages scheiterte namentlich daran, dass WolfgangWilhelms Sohn, der Erbprinz Philipp Wilhelm, lebhaft