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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Politische Geschichte Düsseldorfs.

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beanspruchten, namentlich Sibylla und der Kurfürst vonSachsen. Sibylla hatte sich noch in vorgerückten Jahrenmit dem Markgrafen von Burgau, einem Verwandten desKaisers, vermählt und wurde daher von Spanien begünstigt,Sachsen endlich stützte seine Ansprüche hauptsächlich aufdie kaiserlichen Verleihungen aus dem 15. Jahrhundert.Der Kaiser, von den Parteien zum Schiedsrichter angerufen,beschloss, die Herzogthümer vorläufig in Sequester zunehmen. Sein Vetter Erzherzog Leopold, Bischof von Passau,begab sich nach Jülich, rief spanische Truppen aus den Nieder-landen herbei und besetzte damit die Festungen des Herzog-thums. Offen trat die Absicht zu Tage, beide protestan-tische Fürsten von den niederrheinischen Landen aus-zuschliessen. Dieser Gefahr gegenüber einigten sie sich,um ihr Recht gemeinsam zu wahren. Der von dem Kur-fürsten als Statthalter nach Cleve gesandte Markgraf Ernstschloss mit Wolfgang Wilhelm zu Dortmund am 20./10. Juni1609 einen Vertrag, wonach Brandenburg und Pfalz-Neuburgzunächst die Regierung gemeinsam führen sollten. Derspanisch-österreichischen Macht gegenüber waren sie je-doch auf fremde Hülfe angewiesen; sie fanden dieselbe beiden vereinigten Niederlanden und bei König Heinrich IV.von Frankreich. Denn dieser, einst das Haupt der Huge-notten, war trotz seines Uebertritts zur römischen Kircheder Beschützer aller von Spanien bedrohten Protestantengeblieben. Ein holländisch-französisches Heer vertrieb dieTruppen des Erzherzogs Leopold aus Jülich. Nach kurzerZeit jedoch brachen zwischen Wolfgang Wilhelm und demKurfürsten neue Streitigkeiten aus. Der Pfalzgraf hei-rathete am 10. November 1613 Magdalena, die Tochterdes streng katholischen Herzogs Maximilian von Bayern,und trat im folgenden Jahre in Düsseldorf öffentlich zumkatholischen Glauben über. Er gewann damit die HülfeSpaniens; ein spanisches Heer unter Spinola rückte heranund nöthigte die brandenburgischen Besatzungen, dasHerzogthum Jülich zu räumen; selbst Wesel wurde ge-nommen. Unter holländischer Vermittelung ward zwar imNovember 1614 zu Xanten ein Vergleich geschlossen; der-selbe zeigte sich jedoch undurchführbar. Die Branden-burger behaupteten sich mit holländischer Hülfe in Cleveund Ravensberg; die Spanier wagten es nicht, weiter vor-zudringen, um nicht den zwischen ihnen und der Republikder Niederlande seit 1609 bestehenden Waffenstillstand zuverletzen. Erst mit dem Ablauf desselben im Jahre 1621begann der offene Krieg hier von Neuem. Zu grossen Feld-schlachten kam es dabei nicht; jeder Theil suchte nur demanderen möglichst viel Städte und feste Schlösser abzu-