36 Politische Geschichte Düsseldorfs,
sich der Graf ergeben und wurde, obwohl der spanischeOberst ihm feierlich das Leben zugesichert hatte,von einigen Soldaten ermordet. Erst im April 1599verliess Mendoza mit der Hauptarmee das deutscheGebiet wieder.
Die Erfolge, welche Prinz Moritz von Oranien im Jahre1600 in Flandern erfocht, zogen die spanischen Streitkräftegrösstenteils dorthin, und so kam für die geplagten Rhein-lande eine Zeit der Ruhe. Antonetta von Lothringen, ehr-geizig wie Jakobe, aber klüger, setzte es im Jahre 1600durch, dass sie vom Kaiser und den Landständen als Regentinanerkannt wurde. Dann erschien sie plötzlich mit Truppenvor der Festung Jülich, deren Kommandant Schenkern war,entzog diesem den Befehl und nöthigte ihn, das Land zuverlassen und nach Köln zu flüchten. Zugleich wurde gegenihn ein Prozess eingeleitet, der jedoch nicht zum Austragekam, da Schenkern an das Reichskammergericht in Speyerappellirte.
Der Zustand des Herzogs Wurde indessen immer trauriger.Ein Versuch, die vermeintlich in dem unglücklichen Mannehausenden bösen Geister durch zwei als Teufelsbeschwörerberühmte Jesuiten austreiben zu lassen, war erfolglos.Auch blieb die zweite Ehe so unfruchtbar wie die erste.Am 25. März wurde Johann Wilhelm durch den Tod vonseinen Leiden erlöst; mit ihm erlosch das alte Grafen-geschlecht, welches im Laufe von 600 Jahren schliesslichdrei Herzogthümer und zwei Grafschaften unter seinemScepter vereinigt hatte.
Nach dem kaiserlichen Privileg von 1546 hätte nunzunächst Herzog Wilhelms älteste Tochter Maria Eleonorein der Regierung folgen müssen. Sie war jedoch schon1608 gestorben. Aus ihrer Ehe mit Herzog Albrecht Fried-rich von Preussen waren nur Töchter hervorgegangen. Dieälteste derselben, Anna, hatte den Kurfürsten JohannSigismund von Brandenburg geheirathet, und dieser bean-spruchte nun die Nachfolge in den rheinischen Landen,sandte auch sofort Bevollmächtigte aus, welche in seinemNamen von den Städten und Schlössern, u. A. Cleve undDüsseldorf, durch Anschlagen des brandenburgischen WappensBesitz ergriffen. Dagegen protestirte jedoch der Gemahlder zweiten Tochter Wilhelms, der Pfalzgraf von Neuburg,aus dessen Ehe ein Sohn, Wolfgang Wilhelm, entsprossenwar. Der Pfalzgraf behauptete, dass männliche Nach-kommen den Vorrang vor weiblichen hätten; daher gebühredie Nachfolge seinem Sohne. Hiergegen erhoben sich wiedermehrere andere Prätendenten, welche Theile der Erbschaft