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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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34 Politische Geschichte Düsseldorfs.

krank gestorben sind. Unter den obwaltenden Umständenwar aus Johann Wilhelms Ehe mit Jakobe keine Nach-kommenschaft mehr zu erwarten, und die Frage erhob sich,wer nach dem Erlöschen des Mannesstammes die nieder-rheinischen Lande erben sollte. Herzog Wilhelm hatte vierTöchter; die älteste, Maria Eleonore, war mit dem HerzogeAlbrecht Friedrich von Preussen vermählt, die zweite, Anna,mit dem Pfalzgrafen von Neuburg, die dritte, Magdalene,mit dem Pfalzgrafen von Zweibrücken; alle drei warenprotestantisch, die vierte dagegen, die noch unvermähltin Düsseldorf lebende Sibylla, eine eifrige Katholikin. Nunhatte Kaiser Karl V. bei der Vermählung seiner Nichtemit Herzog Wilhelm ausdrücklich bestimmt, dass die ausdieser Ehe hervorgehenden Töchter und deren Nachkommenbeim Erlöschen des Mannesstammes in erster Linie erb-berechtigt sein sollten. Die drei verheiratheten Schwesternthaten auch alsbald Schritte, um zur Sicherung ihrer An-sprüche die Bildung einer von ihnen abhängigen Regent-schaft durchzusetzen. Dem widerstrebte aber die katholischePartei, gestützt auf Spanien und den Kaiser Rudolf IL;man wollte das Land nicht unter protestantische Herrschaftkommen lassen. Jakobe selbst, eine leidenschaftliche Natur,hielt sich für berechtigt, an Stelle ihres kranken Gemahlszu herrschen; da Schenkern mit seinen Genossen dies ausEigennutz nicht zulassen wollte, so näherte Jakobe sichplötzlich den Protestanten und setzte es durch, dass 1591ihr ein massgebender Einfluss auf die Regierung eingeräumtwurde. Dabei blieb es auch zunächst, als Herzog Wilhelmendlich am 5. Januar 1592 starb. Aber Jakobe vermochteihre Stellung nicht zu behaupten. Ihr Vetter, der KurfürstErnst von Köln, bewog sie, mit ihm ein geheimes Bündniszur Unterdrückung der Protestanten zu schliessen; siehoffte damit die Gunst des Kaisers zu erlangen und vondiesem förmlich als Regentin eingesetzt zu werden. Einvon ihr persönlich beleidigter kaiserlicher Gesandter ver-rieth das Geheimniss den protestantischen Landständen,und nun verloren diese das Vertrauen zu Jacobe, ohne dasses derselben gelang, sich mit Schenkern und dessen Ge-nossen aufrichtig zu verständigen. Schenkern fand eineStütze an der Prinzessin Sibylla, die persönlich mit Jakobetief verfeindet war. Diese Streitigkeiten lähmten die Ver-waltung der öffentlichen Angelegenheiten; zugleich war dieRegierung tief verschuldet und musste beständig mit neuenSteuerforderungen vor den Landtag treten; dabei zeigtesie sich unfähig, Frieden und Recht zu schützen. Obwohlsie sich nicht an dem zwischen Spanien und den Nieder-landen geführten Kriege betheiligte, vermochte sie nicht